nicht reden, dirigieren! - tipps für dirigenten vom blasmusikalischen hinterbänkler (2)

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • David C. McCormick
  • Ausgabe: 4/2006
  • Seite 50-51

Hinweise und Lehrbücher von Dirigenten für Dirigenten gibt es zuhauf. Aber was erwarten eigentlich die Musiker von einem Dirigenten? Hier lesen Sie – exklusiv in clarino.print – den zweiten Teil der Ausführungen des amerikanischen Tubisten und Dirigenten David C. McCormick. Er fordert: weniger reden, mehr dirigieren.

Deine nächste Bewegung, der Vorbereitungsschlag, ist die allerwichtigste Bewegung in unserer Kommunikation. Er sollte uns alles sagen, was wir wissen müssen, um mit dem Musizieren beginnen zu können. Und weil er wortlos ist, wird auch keine Zeit vergeudet. Einen Schlag vor dem Beginn der Musik musst du eine einzige Bewegung machen, die uns gleichzeitig zum Atmen auffordert, uns ein gemeinsames Tempo und den richtigen Stil (sostenuto, staccato, marcato, cantabile und so weiter) vermittelt. Alle Ensembles, sogar Streichquartette und Percussiongruppen, atmen auftaktig miteinander. Wenn der Beginn auf einer Unterzählzeit liegt (eine Pause auf der Zählzeit, auf die noch vor der nächsten Zählzeit ein oder mehrere Töne folgen), bereite uns für diesen nächsten Schlag vor. Wenn ein unübliches Tempo oder sonst ein spezieller Umstand vorliegt, kannst du eine unauffällige Handbewegung mit der linken Hand machen, etwa Daumen und Zeigefinger zusammentippen und leise mit den Lippen bis zum Vorbereitungsschlag vorzählen. In quasi allen Fällen ist es am besten, wenn der Taktstock nur eine einzige Auftaktbewegung ausführt, weil alles was darüber hinausgeht uns verwirren und zu einem irrtümlichen verfrühten Einsatz führen kann. Wenn du zu deinem Vorbereitungsschlag auch noch einatmest, werden du und deine Kollegen (also wir Spieler) eine noch tiefere Verbindung haben.

 

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