nicht out – aber sie verändert sich - die blasmusikszene in der schweiz – ein ausblick

Die Schweiz ist ein kleines Land. Sie setzt sich zusammen aus 2769 politischen Gemeinden. Man würde kaum ahnen, dass es innerhalb Helvetiens Grenzen um die 100 000 Vereine gibt, was einem Verein auf 75 Menschen entspricht. Allerdings haben etliche Traditionsvereine derzeit Mitgliederschwund zu beklagen. Verwaiste Vorstandssitze und Nachwuchsprobleme gehören zu ihren Alltagssorgen. Ähnlich geht es übrigens den politischen Parteien. Klagen werden laut über wachsenden Egoismus, Wertewandel oder gar Werteverfall, übersteigerte Selbstbezogenheit, zunehmende Individualisierung, ausgeprägte Mobilität, Reizüberflutungen, vielfältige Freizeitangebote, Konsumverhalten statt Aktivitäten. Das bestätigt letztlich nur ein uraltes Sprichwort, das zeigt, dass die einzige Konstante in der Geschichte der Menschheit die stete Veränderung war: »Tempora mutantur et nos mutamur in illis« (Die Zeiten ändern sich und wir verändern uns mit/in ihnen).

In diesem Spannungsfeld sucht auch die Schweizer Blasmusikszene gegenwärtig ihre Position. Auch hier zeichnet sich ein Mitgliederrückgang ab. Der Schweizer Blasmusikverband (SBV) umfasste im vergangenen Jahr 2107 Sektionen mit 78 296 Mitgliedern, was immer noch einer bemerkenswerten Dichte entspricht. Dabei musste man aber zur Kenntnis nehmen, dass der Bestand gesamtschweizerisch gegenüber dem Vorjahr um rund 800 Musiker/innen abgenommen hat.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Fritz Neukomm
  • Ausgabe: 5/2005
  • Seite 30-33

« zurück