Neuorientierung - Das Sinfonische Blasorchester Vorarlberg und die "Vision 2020"

Allerlei Begriffe geistern da umher. Begriffe, die man aus den Wirtschaftsteilen der Tageszeitungen kennt: Controlling, Customer Relationship, Business Units, Businessplan. Es geht aber nicht um BMW, IBM oder SAP. Es geht um SBV, das Sinfonische Blasorchester Vorarlberg. Das ehemalige Auswahlorchester hat sich nämlich neu aufgestellt und will nun den Wirtschaftsteil mit dem Kulturteil zusammen­bringen. Ein bemerkenswertes Ziel.

Anfang des Jahres machte eine Pressemitteilung die Runde, in der die Verantwort­lichen des Sinfonischen Blasorchesters Vorarlberg (SBV) bekanntgaben, dass die »seit Ende 2009 laufende Umstrukturierung des SBV abgeschlossen« sei. Es wurde ein neues Konzept entwickelt und unter anderem ein Businessplan erstellt. Das SBV ist demnach seit Ende Januar 2012 ein ­modernes Kulturunternehmen, verankert in der Region Rheintal, mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Dafür hat man eine »leistungsfähige Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH, ein Finanzierungskonzept mit einer gleichgewichtigen Mischung aus Subventionen der öffent­lichen Hand und nachhaltigem Sponsoring von Unternehmen sowie ein externes Controlling und Reporting durch Wirtschaftsprüfer« eingeführt. Das hört sich alles sehr abstrakt an, doch dient es vor allem den beiden wichtigsten Zwecken: »der Sicherung und Weiterentwicklung der künstlerischen Weltklassequalität des Orchesters und der systematischen Nachwuchsförderung in der SBV-eigenen Akademie«, erklärt Thomas Ludescher, Chefdirigent und künstlerischer Geschäftsführer. Das Sinfonische Blasorchester Vorarlberg macht sich also fit für die Zukunft. Und zwar künstlerisch und betriebswirtschaftlich. 

  • 22.05.2012
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 6/2012
  • Seite 48-49

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