Neue Musik - Eine (persönliche) Annäherung

  • 25.03.2015
  • Praxis
  • Jürgen K. Groh
  • Ausgabe: 4/2015
  • Seite 12-13

Die »Neue Musik« ist noch immer ein Stiefkind der Blasmusik, könnte man meinen. Jürgen K. Groh, Dirigent des Musikvereins Nieder-Roden und seit 2014 im Vorstand der Deutschen WASBE-Sektion tätig, hat alle erwähnten Kompositionen auch selbst aufgeführt.

»Auf der Bühne knisterte und prasselte es, während in meinem Kopf ein Film ablief, in dem ausgetrocknete Bäume lichterloh brannten und danach eine rauch­geschwärzte, tote Einöde hinterließen. Dass nach diesem verheerenden Feuer die Natur behutsam wieder zu neuem, kraftvollem Leben erwachte, war ein erlösender musikalischer Moment«, sagte vor 15 Jahren eine Besucherin nach unserem Blasorchesterkonzert, bei dem neben bekannten Melodien auch Chuck Elledges zehnminütige Komposition »…from these ashes« aufgeführt wurde, in der auch Klänge aus dem Bereich der »Neuen Musik« zu hören sind.

Ein Jahr zuvor entfuhr selbst dem hart­gesottenen Musikkritiker einer im Rhein-Main-Gebiet bekannten Zeitung ein »Schrei des Entzückens«, als er während eines Familienkonzerts mit vielen Kindern zum ersten Mal Daniel Bukvichs Komposition »Dinosaurs« hörte, die auch aleatorische Elemente und für den klassischen Hörer ungewohnte Intervalle enthielt. »Diese Art von Musik hatten wir nicht erwartet«, hörte man danach von den Zuhörern, »das war außergewöhnlich, fesselnd und mal etwas anderes. Daran werde ich mich auch nach Jahren noch angenehm erinnern. Ich weiß allerdings nicht, ob ein langes Konzert nur mit dieser Musik mich genauso begeistern könnte.«

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