Nachgefragt bei Lito Fontana

  • 27.10.2014
  • Praxis
  • Ausgabe: 11/2014
  • Seite 15

Du bist als Kind von der Konzertgitarre zur Posaune gewechselt. Warum Po­saune? Was hat dieses Instrument, was andere nicht haben?

Der Wechsel war sehr groß, aber nicht zufällig. Als ich in Italien angekommen bin, wollte ich unbedingt wieder ein Instrument spielen und ein Freund fragte mich, warum ich nicht bei der Musikkapelle nachfrage, ob sie jemanden brauchen können. So ging ich zur Probe und brachte meinen Wunsch dem Kapellmeister vor. Dieser antwortete mir: »Die Musikkapelle braucht einen Posaunisten. Möchtest du dieses Instrument spielen?« Ich antwortete sofort mit ja – und es war Liebe auf den ersten Blick (besser gesagt Ton). Der Sound der Posaune hat mich sofort fasziniert, da er so der menschlichen Stimme ähnelt.

Lito Fontana

wurde in Buenos Aires geboren und begann seinen ersten Musikunterricht im Alter von sieben Jahren. Als er mit elf Jahren mit der Familie nach Italien übersiedelte, wechselte er das Instrument und studierte am Konservato­rium »G. Rossini« in Pesaro Posaune. Er wurde Mitglied verschiedener Bläserensembles, das Fernsehorchester der RAI engagierte ihn für die Auf­nahme von Filmmusik und gleichzeitig arbeitete er mit verschiedenen Künstlern wie Billy Cobham und Chat Baker zusammen. Nach dem Umzug nach Österreich wurde er Mitglied verschiedener Ensembles wie den »Haller Stadtpfeifern«, er gründet in dieser Zeit das Posaunenquartett »Trombonisti Italiani« und arbeitet vor allem mit der Bläsergruppe »Juvavum Brass« zusammen, gemeinsam mit Musikern wie Hans Gansch, Lorenz Raab und Gabor Tarkövi. Er wird Soloposaunist der Brass Band Fröschl Hall und der Brass Band Oberösterreich. Seine aktuelle CD ist ein Experiment, lateinamerikanische Musik in die Welt der Brassband zu integrieren. Erfolgreich, wie man nach dem Hören sagen muss. »A mi manera« ist schlicht großartig.

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