Nachgefragt bei Anette Maye

Sie beschäftigen sich mit Weltmusik, Jazz, zeitgenössischer Musik und Improvisation – woher rührt diese vielseitige Begeisterung?

Als Klarinettist außerhalb des rein klassischen Musikbetriebs kann man sich in vielen musikalischen Richtungen zu Hause fühlen, zumal ja dieses Instrument selbst so vielseitig ist in seinen Ausdrucksmöglichkeiten und in vielen Stilistiken gespielt wird. Mit dem Improvisieren habe ich als Zwölfjährige in der Jugend-Bigband meiner Flensburger Schule und später auch im Landesjugendjazzorchester Schleswig-Holstein angefangen. Die Begeisterung hierfür scheint in der Familie zu liegen, denn ich wurde sowohl durch die Hörgewohnheiten meines Vaters, eines großen Jazzfans, als auch unter dem Einfluss meines Bruders, der damals Kontrabass und E-Bass spielte und mich zum Improvisieren ermunterte, früh geprägt. Das Improvisieren konnte ich während meiner gesamten Schulzeit in den Soloparts der Bigband-Arrange­ments bei Schulaufführungen und Auslandsreisen der Jazzorchester praktizieren.

Die Improvisation ist ja auch ein wesent­licher Bestandteil in der Weltmusik. So fiel es mir nicht schwer, als 20-Jährige in der Klezmermusik und in der türkisch-osmanischen Musik Fuß zu fassen. Mein Interesse an östlichen Klangwelten wurde damals geweckt im Zusammenspiel mit Helmut Eisel und vertiefte sich durch die beginnende Zusammenarbeit mit dem Perkussionisten Murat Coşkun und unserer gemeinsamen Gründung des »ensemble FisFüz«, mit dem ich bis heute konzertiere.

  • 24.09.2014
  • Praxis
  • Ausgabe: 10/2014
  • Seite 12-13

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