Mystisches, kehliges Timbre - Das litauische Fagottquartett Vilniaus Fagotynas

  • 17.10.2012
  • Szene
  • Antje Rößler
  • Ausgabe: 11/2012
  • Seite 53

Vier Fagotte – das ist eine seltene Besetzung. Das Usedomer Musikfestival, wo nicht ganz alltägliche Kammermusik immer wieder ein Podium findet, hat im vergangenen Jahr das Fagottquartett »Vilniaus ­Fagotynas« eingeladen. Der Auftritt fand im Rahmen des Länderschwerpunkts »Litauen« statt. 

In Benz, einem verschlafenen Dorf im Hinterland der Ostseeinsel, zeigten Vilniaus Fagotynas bei ihrem Auftritt die große Bandbreite ihres Repertoires: von klassischer bis zu zeitgenössischer Musik, von Arrangements bis zu Originalkompositionen. Den Auftakt machte eine Chaconne von Henry Purcell, welcher der dunkle, ­archaische Klang der Fagotte eine eigentümliche Stimmung verlieh. Intensiviert wurde dieser Eindruck dadurch, dass sich die Musiker in den Ecken des Saals verteilten. Der herbe Schönklang der Holzblas­instrumente kam auch in Arvo Pärts melancholischem, ereignisarmem Stück »Pari Intervallo« zur Geltung.

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