Musikvermittlung - geht das? Die Zeiten ändern sich

  • 19.12.2011
  • Schwerpunktthema
  • Ausgabe: 1/2012
  • Seite 28-38

Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist die Musikvermittlung. Der Themenbereich besteht aus mehreren Beiträgen, die das Thema von verschiedenen Seiten und mit unterschiedlichen Textformen beleuchten.

Musikvermittlung - geht das? Die Zeiten ändern sich (von Stefan Dünser)

Musikvermittlung und die Umwerbung Jugendlicher in Form von »Schülerkonzerten« sind im heutigen Musikleben fest verankert. Große Konkurrenz durch die virtuelle Welt verlangt uns Musikbegeisterten alles ab, um unsere Kinder und Jugend­lichen für das zu begeistern, für was wir glühen: Musik machen und Musik hören. Unsere Waffe ist der Live-Charakter von guten Konzerten. Ein Konzertort ist eine Stätte des Austauschs, der Begeisterung und vielleicht der einer Initialzündung...

Das Genre Kinder- und Familienkonzert ist endlich ein fixer und nicht mehr einzusparender Teil in den Programmen auch großer Häuser geworden – kein größerer Veranstalter kann es sich mehr leisten, ganz auf dieses wertvolle Konzertformat zu verzichten. Was aber sind nun »gute und wertvolle Konzerte« und welche sind Schnee von gestern oder mit Verlaub eigentlich unzumutbar? Sich in diesem riesigen, explodierenden Markt für Musikvermittlung zurecht­zufinden, Qualität herausfiltern zu können, echte Hilfe­stellungen für die Umsetzung eigener Ideen finden zu können, ist schwierig geworden.

Schüler- (ins) Konzert - Markus Theinert über ein Erfolgskonzept

»Die Jugendlichen von heute sind das Publikum von morgen« – unter diesem Motto erarbeiten sich die ­großen Sinfonieorchester schon seit Jahrzehnten neue Publikumsschichten. Auch die Blasorchester­szene beginnt seit einigen Jahren, mit Schülerkonzerten neues Zuhörerpotenzial zu erschließen. Einer, der sich bestens damit auskennt, ist Dirigent Markus Theinert.

CLARINO: Herr Theinert, es geht um das Thema Musikvermittlung und Schülerkonzert. Die erste Frage ist vielleicht ein wenig provokant: Warum?

Markus Theinert: Die Antwort ist ja klar: Es muss etwas geschehen mit unseren ­Kindern, was die Musik angeht. Wir haben eine Verkümmerung im musikalischen ­Angebot der Schulen. In der Grundschule wird kaum gesungen, es gibt den einen oder anderen vereinzelten Blockflötenkreis. Ansonsten müssen Musiklehrer, die in den weiterführenden Schulen, Gymna­sien, Realschulen oder auch Hauptschulen Musik unterrichten müssen – man muss ja fast schon von »müssen« sprechen! –, bei null anfangen. 

20 Jahre Pindakaas Saxophon Quartett - Kinderkonzerte und Kammermusik

CLARINO: Sie machen ja nicht nur Kinderprogramme, sondern »von Haus aus« ein »Erwachsenenensemble«. Wo liegen die Wurzeln des Pindakaas Saxophon Quartetts? 

Matthias Schröder: Gegründet wurde das Quartett 1990 in Duisburg. Wir waren Studenten, junge ambitionierte Musiker, die im Quartett ihre eigenen musikalischen Wege gehen wollten. Unser Ziel war, mit Saxofonen die Musik zu spielen, die das Publikum in der Regel nicht mit unseren Instrumenten verbindet: klassische Kammermusik und zeitgenössische Musik. Damals war das noch so gängig, es studierten nur wenige klassisches Saxofon und wir sind ein Stück weit Pioniere. Heute sind immer noch drei Gründungsmitglieder, Guido Grospietsch, Marcin Langer und Matthias Schröder, mit von der Partie. Nur in der Tenorstimme gab es vor acht Jahren einen Wechsel, Anja Heix sitzt nun am Pult.

Sprache Musik - Über alle sprachlichen Barrieren hinaus (von Wolfgang G.P. Heinsch)

Immer wieder und in den unterschiedlichsten Zusammenhängen wird die Redewendung von der »Musik als Sprache« bemüht. Ist Musik wirklich eine Sprache? Sicher, sie scheint über alle wortsprachlichen ­Kommunikationsbarrieren hinaus international »anzukommen«. Ob aus Europa, Asien, dem Orient stammend, ob zur sogenannten Kunst- oder Ernsten Musik oder zur – ebenfalls sogenannten – Unter­haltungsmusik zählend. Musik aller Epochen, Stile und Schattie­rungen ist in unterschiedlicher Gewichtung – gerade in unserer ­globalen Welt – Länder- und Kulturenübergreifend präsent.

Ist Musik also tatsächlich eine Sprache, die Völker, Länder, Mentalitäten verbindet? Ein Beispiel nur: Heute ist Beethoven in ­Japan der beliebteste und meistgehörte klassische Komponist. Was also ist dran an der Sprache Musik? Der folgende Aufsatz bemüht sich, dem ein wenig nachzuspüren. Dabei geht es um die Frage nach der Sprachfähigkeit von Musik, aber auch da­rum, diese Sprache zu sprechen und hörend zu verstehen. 

Neues Publikum - aber wie? (von Eva Elena Mayer)

Die Mannheimer Bläserphilharmonie (MBP) bedient mit ihren jährlichen Konzerten im Rosengarten Mannheim eine Musiksparte, die in der Metropolregion Rhein-Neckar einzigartig ist. Um Aufschluss über die Besuchermotivation, die Effektivität der Werbe­maßnahmen und der Marketingstrategien zu bekommen, wurde eine große Publikums­befragung durchgeführt.

Die dazugehörige Hausarbeit von Eva Elena Mayer mit der vollständigen Publikumsbefragung können Sie im Downloadbereich herunterladen.

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