Musikoffizier: Dominik M. Koch dirigiert das Heeresmusikkorps Ulm

Foto: Herbert Raffalt

Bei den Musikkorps der Bundeswehr hat kürzlich wieder das Personalkarussell eingesetzt. Damit das Heeresmusikkorps Ulm nicht führungslos ist, hat man nun einen Nachfolger für den nach Wilhelmshaven wechselnden Matthias Prock gefunden. Ab Oktober wird Dominik M. Koch die Konzerte der Ulmer Musiker dirigieren. Wir trafen den 36-jährigen Dirigenten, sprachen über seine Pläne, seinen Bezug zur Bundeswehr und seine Gefühlslage kurz vor Dienstantritt.

Stabwechsel beim Heeresmusikkorps Ulm

Oberstleutnant Matthias Prock wird am 27. September offiziell von seinem Kommando über das Heeresmusikkorps Ulm entbunden, am 1. Oktober tritt Dominik M. Koch seinen Dienst an. Doch der Übergang der Leitung des Heeresmusikkorps wird ein fließender sein, denn Koch wird bereits im September einige Proben für die Konzertphase im Herbst leiten.

Dominik M. Koch wird als Hauptmann im Rang eines 2. Musikoffiziers eingestellt, um mittelfristig dann auch die sogenannte Chefverwendung zu erlangen. Chef des Heeresmusikkorps Ulm wird vorerst, so der Plan im kommenden Jahr, Oberstleutnant Lutz Bammler werden, vor dessen zwischenzeitlicher Auflösung Leiter des Marinemusikkorps Wilhelmshaven. Aber der Reihe nach…

Wie die Bundeswehr nun seit kurzem eine neue Chefin hat, bekommt also auch das Heeresmusikkorps Ulm eine neue Leitung. Natürlich stellt sich die Frage nicht, wer nun mehr Berührungspunkte zur Bundeswehr hat, Annegret Kramp-Karrenbauer oder Dominik M. Koch – doch bei Koch jedenfalls sind die Berührungspunkte zur Militärmusik »in den vergangenen Jahren wesentlich mehr geworden«.

Berührungspunkte mit der Militärmusik

Nach der Schule hatte er weder einen Orchesterjob noch das Dirigieren auf der Agenda. Er wollte Lehrer werden und entschied sich für das Schulmusik-Studium. Kochs Vater war insgesamt acht Jahre bei der Bundeswehr und »ich kannte dadurch die Militärmusik und fand die Arbeit der Musikkorps sehr spannend«. Vor allem eben als zuhörender Musiker zahlreicher Konzerte.

Irgendwann reifte in Dominik M. Koch dann der Wunsch, Dirigent zu werden, und erst mit dem aus diesem Wunsch resultierenden Studium stiegen dann die Berührungspunkte mit der Militärmusik merklich.

Das Studium bei Maurice Hamers in Augsburg brachte es nämlich mit sich, dass die Studenten eben auch mit unterschiedlichen professionellen Orchestern arbeiten dürfen. Und mit dem Musikkorps der Bundeswehr verbindet der Studiengang Blasorchesterleitung mittlerweile eine feste Kooperation.

Mit dessen Leiter Oberstleutnant Christoph Scheibling sprach Koch erstmals überhaupt über die Tatsache, dass die Bundeswehr eben nicht nur Musiker, sondern möglicherweise auch Dirigenten »von außerhalb« sucht. Bis dahin war es »eigentlich lange unklar, ob bei der Bundeswehr überhaupt Bedarf bestand«.

Doch die Idee ist seither immer mehr gereift. Bestätigung bekam Koch auch durch die zahlreichen positiven Rückmeldungen von Musikern aus Reihen der Bundeswehr. »Dominik M. Koch und Militärmusik – das passt«, fanden zahlreiche Musiker.

  • 23.08.2019
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 9/2019
  • Seite 44-45

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