Musikmesse 2017: »Wir brauchen diesen Marktplatz«

  • 18.05.2017
  • Service
  • hä/pm
  • Ausgabe: 5/2017
  • Seite 60-61

»Die Zukunft hat begonnen« überschreibt die Musikmesse ihren Abschlussbericht der diesjährigen Ausstellung in Frankfurt am Main. Und tatsächlich ist die große Hoffnung der Besucher und Aussteller, die sich gegenüber der CLARINO-Redaktion äußerten, dass die Zukunft der Musikmesse nicht längst vorbei ist. Zu überschaubar nämlich war die Ausstellerzahl vor allem im Bläserbereich.

In der Halle 8 war für die Bläser mit einem Vorhang ein verhältnismäßig kleiner Teil abgetrennt. Wie geht es weiter? Schließlich wissen alle Beteiligten, wie wichtig das Branchentreffen in der Mainmetropole doch eigentlich ist...

Um den Mehrwert für alle Besuchergruppen zu steigern, wurde die Musikmesse um neue Anziehungspunkte ergänzt und das Rahmenprogramm erweitert. Gemeinsam mit dem Musikmesse-Festival bot die Veranstaltung über 1000 Veranstaltungen von Konzerten und Live-Performances bis hin zu Workshops und Masterclasses.

Feedback der Branche

Auf mehreren Bühnen auf dem Gelände wurden die Besucher unterhalten. Das Feedback der Branche ist positiv: »Der Spitzenverband der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche, Society Of Music Merchants, begrüßt die Fortsetzung des 2016 begonnenen Weges einer umfassenden und immer noch andauernden Neuausrichtung. Bei dem neuen Konzept der Musikmesse bin ich mir sicher, dass einiges bewegt werden kann. Ein Wandel ist deutlich spürbar«, sagte SOMM-Geschäftsführer Daniel Sebastian Knöll.

Auch weitere Verbände ziehen ein positives Fazit. Arthur Knopp, Präsident des Gesamtverbandes Deutscher Musikfachgeschäfte (GDM): »Wir sind mit dem Verlauf der Musikmesse sehr zufrieden. Ich habe viele Händlerkolleginnen und -kollegen auf der Messe angetroffen. Die Frequenz in den Hallen war gut, die Messestände immer gut besucht. Auch die Business Academy, bei der wir in diesem Jahr erstmals mit eigenen Themen vertreten waren, ist auf einem guten Weg. Kurzum: Die notwendigen Veränderungen der Musikmesse werden von der Branche anerkannt.«

Die Bedeutung der Musikmesse betont auch Gerhard A. Meinl, Vorsitzender des Bundesverbandes der deutschen Musikinstrumenten-Hersteller (BDMH): »Die Musikmesse in Frankfurt ist eine Notwendigkeit für die deutsche und europäische Musikindustrie und gerade auch für Länder aus dem Osten. Wir wissen die Internationalität zu schätzen. Wir brauchen diesen Marktplatz und hoffen, dass ihn möglichst viele auch zukünftig nutzen, denn davon lebt die Musikmesse – von der Ausstellerseite her ebenso wie von der Händlerseite.«

Erweitertes Rahmenprogramm

Mit dem Konzert von Oleta Adams und der hr-Bigband am Samstagabend gingen die Veranstaltungstage der Musikmesse und der Prolight + Sound 2017 zu Ende. Rund 100 000 Besucher fanden den Weg auf das Frankfurter Messegelände. Als integraler Bestandteil des Musikmesse-Konzepts präsentierte das Festival mehr als 50 Auftritte nationaler und internationaler Künstler in den Clubs der Stadt. Mit dabei waren Konzerte von Extrabreit, Till Brönner, Steve Stevens & Band oder Branford Marsalis Quartet featuring Kurt Elling. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Verleihung des Frankfurter Musikpreises an David Garrett zuteil, die erstmals in das Musikmesse-Festival integriert war.

Am Schlusstag der Musikmesse wurde es beim Wettbewerb »Copa Kapella« sogar noch einmal spannend. Fünf Bands aus vier Nationen stritten auf einer Bühne um den begehrten Startplatz auf der Main Stage des »Woodstock der Blasmusik« 2017 in Ort im Innkreis. Gewonnen hat »Sunnseit Brass« aus Südtirol. Auch »Babaloda« und »Rondstoa« werden 2017 in der Arco Area vertreten sein.

Steigerung der Besucherzufriedenheit

Nicht nur die Aussteller-, sondern auch die Besucherzufriedenheit konnte bei der Musikmesse 2017 gesteigert werden. So gaben 83 Prozent der Besucher an, ihre persönlichen Ziele auf der Messe erreicht zu haben. Fachhändler der Branche bestätigen die positiven Prozesse, die im Zuge der Neuausrichtung angestoßen wurden.

Den Stellenwert der Musikmesse unterstreicht Martin Wiesenbauer, Inhaber von Music World in Augsburg: »Die Show ist nach wie vor ein extrem wichtiger Anziehungspunkt für unsere Branche. Mein Eindruck in diesem Jahr ist, dass sichtbar versucht wird, mit den Heroes – die es in unserer Branche noch gibt – eine Magnetwirkung zu erzielen.«

Die Messe erweiterte ihr Themenspektrum durch Angebote rund um Musiktherapie und -pädagogik. So präsentierte sich die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft erstmals mit dem »InstruMental Room« auf der Musikmesse und lud interessierte Besucher zu interaktiven Programmpunkten wie Klangreisen und DrumCircles ein. Im neuen Areal »Discover Music«, das gemeinsam mit der Frankfurt Music Academy realisiert wurde, konnten Besucher unter pädagogischer Anleitung nach Lust und Laune ausprobieren.

Die nächste Musikmesse findet vom 11. bis 14. April 2018 statt.

www.musikmesse.com

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