Mütters Vorstellungen - Posaunenplaudereien und Blechblasen vum Bertl Mütter (31)

  • 29.09.2011
  • Musikgeschichten
  • Bertl Mütter
  • Ausgabe: 10/2011
  • Seite 47

Ich muss mich fürs viele Tschillen in meinen letzten beiden Vorstellungen entschuldigen, und in der Folge soll dieses Tschillen für Sie nicht zu einer weiterhinigen Zwangsvorstellung verkommen. Gemütlich weiter gehts aber in meinem diesjährigen Blasmusikkapelleninstrumentenstreifzug. Gemütlich, das sind sie alle, und der gemütlichsten eines ist die – Tuba.

Tuba mirum spargens sonum heißt es in der dies irae-Sequenz des Requiems: Laut wird die – tja, was nun? – klingen. Also singen tun sie alle tuba tuba tuba. Spielen tun dann aber (Verdi) die Trompeten oder (Mozart) die zweite Posaune, allerhöchstens darf einmal ein Ophikleı¨d patschert herumtapsen, nie nie nie aber die Tuba, dieses mattseidigste aller Instrumente, so nobel und von dem her eher nicht so für ein Jüngstes Gericht geeignet. Wir erkundigen uns online und erfahren: Im Neuen Testament steht tuba für ein sehr lautes Blasinstrument, während es im Alten Testament die Vulgata-Übersetzung für den Schofar als Signalhorn ist. Von der Tuba ist also nicht die Rede, wenn wo tuba steht. Auch, weil es sie so, wie wir sie kennen, bis vor recht kurzer Zeit noch gar nicht gegeben hat: Wie visionär doch all die alten Texte sind.

clarino@muetter.at

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