Mütters Vorstellungen - Posaunenplaudereien und Blechblasen vum Bertl Mütter (25)

Tja, so kann das gehen, da drängt sich doch das Saxophon vor die Klarinette, wie es seine Art ist, weil heute musst du nicht mehr beim Klarinettisten zu lernen anfangen um später wechseln zu dürfen oder gar heimlich – wehe, wenn der gestrenge Musiklehrer Kunde davon kriegt! – in finstren, verrauchten Kellern dem ungezügelten Saxophonspiel deine zuvor noch unschuldige Musikerseele verkaufen.Sie haben recht gelesen, ich schreibe Saxophon mit peha, weil wenn ich -fon schreiben würde, dann müsste ich an ein – von mir längst nicht mehr benötigtes – Heißluftaggregat zur Haartrocknung oder an einen warmen Fallwind des nordalpinen Raumes denken, und das würde dann doch zu weit ins Klischeehafte abdriften. Na gut, wir werden wieder einmal nicht um die Klischees herumkommen, ich werde in der Folge ein paar zur Diskussion stellen (gelt, Sie wissen schon, dass Sie mir auch schreiben können, Zustimmendes, Kritisches, Ergänzendes...): Da gibt es zum einen die gefürchteten Fönwellensaxophonfeschaks, wie sie im Werbefernsehen zur Aufmotzung diversester Produkte benötigt werden. Kontrabässe oder selbst die doch einigermaßen erotisierende Ophikleïde – von der Basspommer ganz zu schweigen! – kriegt man da kaum zu Gesicht: nichts alswie Saxophon, Saxophon, Saxophon (meinetwegen noch E-Gitarre und Schlagzeug; manchmal, als Möbel, das Klavier)!

clarino[at]muetter.at

 

  • 21.09.2011
  • Musikgeschichten
  • Bertl Mütter
  • Ausgabe: 3/2011
  • Seite 51

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