Mütters Vorstellungen - Posaunenplaudereien und Blechblasen vum Bertl Mütter (19)

Willkommen im neuen Arbeitsjahr! Vollgetankt mit Urlaubs- und Weiterbildungsenergie frisch ans Werk! Entschuldigen Sie diese plumpe Überrumplung, auch mir fällt es schwer, wieder voll einzusteigen; allerdings vor allem, weil ich als Künstler immer im Dienst bin, ferien- und urlaubslos – unsereins lebt ja sowieso wie ein Gott in Frankreich. Heißt es gern. Sehen Sie, da relativiert sich schon wieder alles: Wie lebt denn ein Gott in Frankreich (egal welcher!), erst recht in einem per definitionem laizistischen Land? Na also. Aber da gibt es nichts zu jammern. Es ist eine Freude, immer dieses bisschen auf Zug zu sein, es bedingt eine geistige (und hoffentlich gesamtpersönliche) Elastizität, im Idealfall mit eingebautem und angewandtem Rückgrat, neugierigen Blicks nach vorn.

Ich möchte Ihnen wieder einmal einen Einblick in meine kleine (es ist, ich habe dies hier schon geschrieben, eine sehr kleine) Componîrwerkstatt geben. Diesmal handelt es sich um ein Stück für Blasorchester (ja ich habe für Blasorchester geschrieben!). Wobei, so ganz stimmt das auch wieder nicht: Mein Stück funktioniert mit jedem größeren Ensemble, ist modular angelegt und benötigt ansonsten nur eine gewisse Streuung, was das Alter der Mitwirkenden betrifft. Nichts also für Jugendorchester oder Rentnergroßcombos wie die ehemals so beliebten Mandolinenorchester (was uns Blasmusikanten ja nicht zu interessieren braucht – oder, Tellerrandblick, doch?).

  • 21.09.2011
  • Musikgeschichten
  • Bertl Mütter
  • Ausgabe: 9/2010
  • Seite 52

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