Münchner Philharmoniker: Eine Kooperation von Profis und Laien

Frack trifft Tracht. Foto: Hans Engels

Die Berliner Philharmoniker finden »Rhythm is it« und starten ein Projekt mit 250 Kindern und Jugendlichen aus 25 Nationen. Nur sechs Wochen Probenzeit haben die Schüler, die überwiegend aus Berliner »Problemschulen« stammen, um die Aufführung von Igor Strawinskys Ballett »Le sacre du printemps« auf die Beine zu stellen.

Unter dem Motto »WDR macht Schule« präsentiert das WDR-Sinfonieorchester Konzerte und Workshops für Vorschulen, Grundschulen und weiterführende Schulen. Kooperationen zwischen Profis und Nicht-Profis gibt es viele. Die Gründe sind vielfältig.

Die Münchner Philharmoniker arbeiten mit dem Musikbund von Ober- und Niederbayern (MON) zusammen. Wir sprachen mit dem Hornisten Ulrich Haider, dem Kontaktmann zu den Philharmonikern, was die Kooperation mit dem MON anbelangt.

Seit wann gibt es die Kooperation zwischen Philharmonikern und MON? Wie kam es dazu?

Im Zuge der Aufnahmen zu unserer CD »Ehrensache«, bei der die Blasmusik der Münchner Philharmoniker Märsche unter der Leitung von Lorin Maazel und Zubin Mehta einspielte, bin ich 2012 auf den MON aufmerksam geworden. Ich wusste damals zwar, dass es einen Blasmusikverband gibt, dass dieser aber so gut organisiert ist und vor allem so viele Mitglieder hat – mittlerweile sind es etwa 25 000 – war mir neu.

Zu der Zeit war ich bei »Spielfeld Klassik« aktiv, dem Education-Programm der Philharmoniker. Ein Ziel dieses Teams ist es, möglichst vielen Menschen den Zugang zur klassischen Musik zu eröffnen. Meine Idee war nun, über den MON bei Menschen Interesse

zu wecken, die selbst musizieren und somit von Grund auf eine Liebe zur Musik in sich tragen, die bisher aber noch keinen oder wenig Zugang zu einem großen Orchester haben.

Bei der CD und auch bei einem anschließenden Konzert im Hofbräuhaus spielten wir Philharmoniker ganz traditionelle Blasmusik. Dabei sind viele von uns zu ihren Wurzeln zurückgekehrt, denn fast alle Bläser des Orchesters spielten in ihrer Jugend in Blaskapellen oder Brassbands. Die Verbindung war also greifbar.

Ich habe Kontakt zu der Führungsspitze des MON aufgenommen, was zur Folge hatte, dass schon im Juni 2013, während eines Festaktes zum 60-jährigen Bestehen des Musikbundes, eine Kooperation besiegelt wurde.

Was sind die Inhalte der Kooperation?

Die Zusammenarbeit hat sich hervorragend entwickelt, nicht zuletzt deswegen, weil der MON eine sehr offene, progressive und umtriebige Führungsspitze hat, mit der die Zusammenarbeit sehr viel Freude macht.

  • 18.06.2019
  • Schwerpunktthema
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 4/2019
  • Seite 28-29

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