mozart-horror-eufonium-show - die unglaublichen abenteuer des steven m. (2)

In der vorigen Ausgabe von clarino.print schilderte der Virtuose seine Erlebnisse bei einer Aufnahme von Mozart-Werken mit einem Blechbläser-Ensemble, einer Orchesterwoche in Bayern mit zweifelhaftem Abschluss und seine ersten Eindrücke von einem Konzertaufenthalt in Lugano. Hier ist sein persönlicher Bericht über zwei bemerkenswerte Monate.

Begeisterung brauste auf, als ich das Zelt betrat. Der Chor versuchte zu proben, das Orchester war schon auf der Bühne, Mirto (mein ganz exzellenter Gastgeber) schüttelte jede Hand, die sich ihm entgegenstreckte, die Bedienungen trieben bereits regen Handel mit Essen und Trinken, die Leute vom Tonstudio machten ihre Arbeit für den Konzertmitschnitt, und ausgerechnet da fing es draußen zu regnen an! Das war überhaupt nicht vorhergesagt, und ich hoffte nur, dass das Zelt das überstehen würde. Es wurde einer der bemerkenswertesten Abende, an die ich mich erinnern kann. Das Zelt war mit etwa 700 Menschen brechend voll, darunter vorne links die Ehrengäste, wichtige Leute und Sponsoren, Politiker und Banker, mit denen ich nach dem Konzert opulent dinieren durfte. Das Orchester spielte exakt wie in der Probe (was eher unüblich ist), und die Tempi des Dirigenten waren auch genauso wie in der Probe. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich überrascht klinge, aber das ist nicht immer der Fall. Adrenalin, Kaffee, Betablocker, Nerven, Lampenfieber, Selbstbewusstsein – all das macht Dirigenten ein bisschen anfällig für einen Klimawechsel während eines Konzertes, aber unser Mann kam gut durch. Das Publikum war richtig enthusiastisch, und so musste ich tief in der Notenkiste kramen, um genügend Zugaben zu finden. Hauptsponsor der Veranstaltung war eine bemerkenswerte Dame namens Roberta di Camerino, eine Berühmtheit in der Modebranche.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • steven mead
  • Ausgabe: 1/2006
  • Seite 24-26

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