Monika Roscher - Eine Bigband auf dem Weg nach oben

  • 20.03.2013
  • Szene
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 4/2013
  • Seite 46-48

Die Blasmusik erobert die Clubs! Das ist zwar nicht völlig neu, denn seit LaBrassBanda eine Diskothek in Traunstein eroberte, sind schon einige Liter Wasser die Donau runter geflossen. Doch in der Fülle, wie das zur Zeit passiert, ist es doch etwas besonderes. Der holstuonarmusigbigbandclub bespielt den Milla Club, ebenso Moop Mama. Und der »neueste heiße Scheiß«, wie man in Clubszenendeutsch wohl sagen würde, ist die Monika Roscher Bigband. Die nämlich nutzt das Atomic Café sogar für die Release-Party ihrer Debüt-CD.

»Failure in Wonderland« heißt der Tonträger und der Titel der CD sagt doch schon einiges aus über den kometenhaften Aufstieg der 18 Musikerinnen und Musiker und vor allem ihrer Bandleaderin. Ein Scheitern ist es beim besten Willen nicht – ganz im Gegenteil. Monika Roscher, 28 Jahre jung, zeigt sich zum einen überrascht und zum anderen auf jeden Fall überwältigt vom ­Erfolg. Monika Roscher wähnt sich wahrscheinlich wirklich gerade in einer Art Wunder­land. Denn es klappt gerade alles so wunderbar. Die Bandleaderin und Gitarristin benutzt, um ihre Situation und Gefühlslage zu beschreiben, Worte wie »voll toll«, »saucool« und als Steigerung »voll krass gut«. 

Die Musikerin, bekommt man den Eindruck, schwankt bisweilen zwischen gesundem Selbstbewusstsein, etwas schaffen zu wollen, und dem bewussten Leben eines Traums. In jedem Fall hat Monika ­Roscher ein einnehmendes Wesen, eine ­ansteckende Begeisterung und sicherlich Fähigkeiten, die eine Bandleaderin braucht. Und nicht zuletzt ist die 28-Jährige überaus charmant. Das liegt an ihrer lockeren Art, aber auch daran, dass sie aus Franken kommt. Aus Langenzenn im nördlichen Landkreis Fürth in Mittelfranken, um genau zu sein. Am Zungenschlag erkennt man das. Monika Roscher sagt zum Beispiel »ned« statt »nicht«, »Leude« statt »Leute« und auch das k ist ein bisschen weicher als das hochdeutsche. Liebens­würdig irgendwie auch: Ihre Bigband ist »rumpelicher« als andere – »rumpeliger, erdiger und macht mehr Krach«.

 

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