Mona Köppen: Mentaltraining schon in Musikschulen

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Schon mal von der Thymusdrüse gehört? Das ist jenes Organ, das sich hinter dem Brustbein befindet und auch als »Gehirn der körpereigenen Abwehr« bezeichnet wird. Laut medizinischem Lexikon spielt sie ihre größte Rolle während der Kindheit. Auf die Thymusdrüse zu klopfen, soll angeblich helfen, wieder an Energie zu gewinnen, wenn man sich kraftlos, müde oder erschöpft fühlt.

Die Thymusdrüse erhöht den Energiefluss

Auf das Brustbein trommeln sich Gorillas vermutlich auch aus kommunikativen Gründen, doch sie verstehen es offenbar bestens, diese innere Kraftquelle namens Thymusdrüse zu aktivieren. Mona Köppen ist überzeugt davon, dass sie – sobald aktiviert – das Immunsystem stärkt und den Energiefluss im Körper erhöht.

»Ich stelle mir das immer vor wie einen Dimmer, mit dem man die Lampe auf 100 Prozent Leistung hochfährt.« »Warum Gorillas tolle Musiker wären« ist der sehr einprägsame Titel eines Workshops, den die Mentaltrainerin Mona Köppen vor allem für Musiklehrer anbietet, die einen ganzheitlichen Ansatz zum Unterrichten verfolgen möchten. Denn es sei »nicht nur wichtig, die Technik zum Beherrschen des Instruments zu vermitteln, sondern auch die mentale Seite des Schülers individuell zu fördern.

Dieser Workshop gibt Musiklehrern neue Impulse zur Förderung im mentalen Bereich.« Nun muss man allerdings nicht denken, dass bei den Workshops lauter Musiklehrer im Halbrund sitzen und sich 180 Minuten lang auf die Brust schlagen.

Warum sollten sich Musiklehrer mit dem Thema Mentaltraining beschäftigen?

Doch beginnen wir von vorn. Warum sollten sich Musiklehrer eigentlich mit dem Thema Mentaltraining oder mentalen Techniken beschäftigen? Salopp und vereinfacht ausgedrückt: Weil man mit dieser Thematik eigentlich nicht früh genug starten kann.

Denn nicht nur Profis, die ihren Lebensunterhalt mit Musik gestalten müssen, leiden bisweilen unter Auftrittsangst, auch Amateurmusikern kann das Lampenfieber das liebste Hobby verleiden. Das Problem? Mona Köppen führt aus: »Das Thema ›Mentaltraining‹ ist leider nach wie vor an den meisten Musikhochschulen nicht in den regulären Lehrplan integriert.

Dies hat dann zur Folge, dass die Musiklehrer oft zu wenig Kompetenzen an die Hand bekommen, um den Unterricht mit den Schülern auch in diesem mentalen Bereich ausreichend und ganzheitlich zu gestalten.«

  • 18.06.2019
  • Praxis
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 4/2019
  • Seite 14-16

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