mnozil brass - mit humor auf kreuzzug gegen standard-arrangements

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Uschi Mohr
  • Ausgabe: 11/2003
  • Seite 12-13

Manchmal sind sie schon sehr müde. (Seufz). Manchmal versucht sich sogar schon Routine durch Hintertürchen einzuschleichen. (Seufz). Und manchmal bist du versucht, die Jungs von »Mnozil Brass« tatsächlich zu bedauern angesichts des Tourneestresses, den sich eine der derzeit gefragtesten europäischen Brassbands antut. Und du bist erleichtert, wenn sie versichern: »Wir sind aber immer noch motiviert . . .« Doch spätestens bei der Begründung ». . . und das liegt nur am Rotwein. Also ersatzweise am Bier in Bayern« bemerkst du den Bären, der dir da gerade aufgebunden wird. Und wenn dann das größte »Mnozil«-Bonmot aus der Mottenkiste geholt wird, ist alles klar: »Es passiert einfach so viel Dada.« O.k., wir haben es geahnt. Bei der Bühnenshow, die die Österreicher abziehen, ist Slapstick auch im Gespräch unvermeidlich.

Brassensembles mit ausschließlich Profimusikern, die Anspruch auf musikalischen Perfektionismus erheben und ihm meist sogar gerecht werden, gibt es mittlerweile etliche. Ihre Leistungen werden zwar immer noch als U-Musik eingestuft, weil Bläser laut GEMA nun einmal Unterhalter sind. Doch ihr Publikum und sie selbst nehmen sich meist ernster. Die sieben »Mnozils« dagegen legen es geradezu darauf an, als Obergaranten für lustiges Entertainment in die Geschichte einzugehen. Und sie sind auf dem besten Weg dahin.

 

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