"Mit Schwung nach außen!" - Über den Luftfluss

Die »Artikulation« ist bei den Bläsern ein fachliches Kapitel, das erfahrungsgemäß im heutigen Ausbildungssystem nicht nur viel zu wenig Berücksichtigung findet, sondern bis dato – zumindest was die Wechselwirkung mit der Atemtechnik, aber auch was generell den »Ton-Anfang« und das »Ton-Ende« betrifft – nicht konkret und viel zu ungenau beschrieben wurde. Im zweiten Teil der Reihe geht es um die »Luft«. Schlagworte wie Luft­menge, Luftdruck, Luftsäule stehen im Mittelpunkt.

Um den für eine saubere »Artikulation und Intonation« notwendigen Luftdruck in der nötigen Leichtigkeit, Schnelligkeit und ­Flexibilität aufbauen zu können, muss die Luft geradezu mit Schwung nach außen ­geführt werden! 

In diesem Zusammenhang muss hier nochmals die Problematik angesprochen werden, dass die heutige Wissenschaft mit dem Halten einer Einatem-Tendenz, dem Fixieren des Zwerchfells in Einatem-Stellung während des Blasens, Singens und Sprechens sowie dem Erzeugen einer künst­lichen Rückhaltekraft genau das Gegen­teil verlangt. (Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie: Der Akustiker Fritz Winckel definierte die Stütze – bezogen auf den Gesang – wie folgt: »Stütze ist der Halt, den die Einatmungsmuskulatur dem Zusammensinken des Atembehälters entgegensetzt. Die Stütze dient dazu, den zur Phonation notwendigen subglottischen Druck auf den kritischen Druck [optimaler Betriebsdruck] zu reduzieren«.) 

  • 19.02.2014
  • Praxis
  • Robert Kreutzer
  • Ausgabe: 3/2014
  • Seite 22-24

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