mit pauken und trompeten - klingende zeichen der macht

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Arno Paduch
  • Ausgabe: 10/2006
  • Seite 26-29

Trompeten gelten seit jeher als klingende Zeichen der Macht. Kein deutscher Fürst des Barocks verzichtete auf die Anstellung von Hoftrompetern und Paukern, wobei sich deren Anzahl nach seinem Rang richtete. Während sich die Herrscher kleinerer Territorien oftmals nur einen einzigen Trompeter leisten konnten, unterhielten die Kurfürsten wesentlich größere Trompeterkorps. Eine besondere Situation trat ein, wenn sich die Kurfürsten zur Wahl und Krönung eines Kaisers trafen und sich dabei bis zu 100 Trompeter und Pauker an einem Ort versammelten.

Im »Grundgesetz« des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, der Goldenen Bulle Karls IV. von 1356, wurde Frankfurt am Main als Wahlstadt festgeschrieben, als Krönungsstadt Aachen. Vor allem aus praktischen Gründen wurden seit 1562 Wahl und Krönung überwiegend in Frankfurt am Main vollzogen. Die Wahl- und Krönungstage dauerten im Normalfall zwei bis drei Monate, konnten sich wegen schwieriger Verhandlungen wie nach dem Tod Ferdinands III. aber auch länger als ein Jahr hinziehen. Ferdinand hatte seinen ältesten Sohn auf dem Regensburger Reichstag von 1653 zum römischen König wählen und krönen lassen, was nach den Bestimmungen der Goldenen Bulle möglich war, um die Thronfolge zu Lebzeiten des Kaisers zu regeln.

 

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