Mit Frack und Lederhose - Eine Gratwanderung mit Andreas Hofmeir

  • 21.09.2011
  • Porträt
  • Christian Mayr
  • Ausgabe: 12/2010
  • Seite 42-44

Meterhohe Nebelfontänen bahnen sich den Weg gen Bühnendach. Pfeilschnelle Trompetensignale legen sich über den treibenden Beat eines Schlagzeugs. Schall und Rauch. Die Menge jubelt, tanzt und tobt. Das Blitzlichtgewitter der Scheinwerfer verstärkt den Sinnesrausch, für den die fünf schemenhaft erkennbaren Gestalten auf der Bühne verantwortlich sind. Einer davon ist Andreas Hofmeir. Er spielt bei La Brass Banda, jener Band, die gerade das letzte von vier Konzerten im Circus Krone abfeiert. Wer Hofmeir nur so kennt, würde hinter diesem unrasierten Langhaarigen da auf der Bühne kaum einen Uni-Professor vermuten, der zudem auch in der klassischen Orchesterszene große Anerkennung genießt. Andreas Hofmeir schreitet erfolgreich auf dem Grat über »E«- und »U-Musik«.Ein verregneter Mittwochvormittag in Salzburg. Der vierte Stock der Universität »Mozarteum« wirkt fast ein bisschen gespenstisch. Ein langer, leerer Flur. Man kann durch eine Glastür vom einen zum anderen Ende sehen – keine Menschenseele. Im Vorbeigehen nimmt man Trompeten- und Klavierklänge wahr, hinter den Zimmertüren wird geprobt. Plötzlich sind Schritte zu hören. Mit einem Poster in der Hand kommt Andreas Hofmeir den kahlen Gang entlang geschlendert. Sein blonder Pferdeschwanz verschwindet unter einer Strickmütze und sein dicker Parka lässt auf die ungemütlichen Außentemperaturen schließen. »Fürs Probenzimmer«, sagt er, »wenns schon hier draußen ausschaut wie im Krankenhaus, muss man sichs wenigstens drin ein bisschen nett herrichten.«

Infos:
www.labrassbanda.com
www.moz.ac.at
www.ingolstaedter-kammerorchester.de

 

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