"Mit dem Wind nach Westen" - Sinfonische Novelle von Uwe Kohls

  • 27.10.2014
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 11/2014
  • Seite 72-75

Zehn Jahre vor dem Fall der Berliner Mauer und dem damit einhergehenden Ende der deutschen Teilung vor 25 Jahren starteten die Familien Strelzyk und Wetzel im September 1979 zu einer spektakulären Ballonflucht aus der DDR in Richtung Bundesrepu­blik (Schilderung des Projekts auf www.ballonflucht.de). Damals konnte noch keiner die Ereig­nisse der Jahre 1989/90 vorausahnen.

Im Vorfeld des Jubiläums in diesem Herbst sind auch zahlreiche Werke für Blasorchester entstanden, die auf dieses Ereignis Bezug nehmen und auf die in diesem Magazin bereits eingegangen wurde. Uwe Kohls, der unweit der Fluchtroute des Ballons aufgewachsen ist, hat die Atmosphäre rings um dieses Ereignis musikalisch eingefangen. Die Uraufführung am 23. April 2014 im oberfränkischen Oberhaid spielte ein Projektorchester mit Musikern aus der Region. Die Leitung hatte Christian Lang. 

Als Grundschulkinder seien sie regelmäßig in Bussen an die ehemalige Zonengrenze gebracht worden, erzählt Uwe Kohls. Man habe betont, dass »da drüben auch Deutsche leben. Wir hörten vom Todesstreifen und sahen die dunklen Silhouetten in den Wachtürmen. Das war uns allen nicht geheuer.« Umso größer war die Freude am Tag des Mauerfalls. »Mir schien, ich würde Zeuge einer epochalen Veränderung – was ja auch stimmte.«

Schon im Jahr nach der Ballonflucht der beiden Familien von Thüringen nach Oberfranken entstand unter dem Titel »Night Crossing« (deutscher Titel: »Mit dem Wind nach Westen«) ein in den USA produzierter Kino­film. Mit dessen Soundtrack, komponiert von Jerry Goldsmith, hat Kohls’ Musik ebenso wenig zu tun wie seine Tondichtung »Apollo 13« mit der Vertonung des gleichnamigen Hollywood-Films durch James Horner.

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