michael klostermann - tipp für schubladen-denker: glaubhaft spielen

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Uschi Mohr
  • Ausgabe: 7-8/2004
  • Seite 20-21

Manchmal ärgert ihn der »Kleinkrieg«, den die Bläser/innen untereinander ausfechten: »Das ist doch völlig unsinnig. Die gehören in den Hintern getreten, denn sie haben ja sowieso schon keine Lobby und spalten sich dann auch noch in verschiedene Lager.« Michael Klostermann denkt dabei an jene, die ihre eigene bläserische Branche als Nonplusultra sehen. An jene, die Bläser/innen gering schätzen, die sich Stilen verschrieben haben, die landläufig immer noch mit »Bierzeltmusik« gleichgesetzt werden – von böhmisch über mährich bis Oberkrain(erisch). Völlig zu Unrecht, versteht sich: »Glaubhaft spielen, das ist entscheidend.« Und der Erfolg gibt ihm recht: Seit 20 Jahren gehören Michael Klostermann und seine Musikanten zur Spitze im volkstümlichen Bereich.

Was ist der Unterschied zwischen einem Musiker und einem Musikanten? Für Klostermann ist das sonnenklar: »Ein Musikant ist beweglich.« Eben wie der Profi, der er selbst ist. Immerhin hat der Hauptkommissar sieben Jahre das Polizeiorchester Rheinland-Pfalz dirigiert, spielt zahlreiche Blasinstrumente und leitet in familiärer Tradition (sein Onkel war der Vorgänger) die Kapelle seines Heimatortes Schloß-Dhaun. »Probleme gibt es meistens mit Bläsern, die nur meinen, sie seien gut, nie mit Profis, die das wissen.«

 

« zurück