Methoden zur Visualisierung beim Üben und Unterrichten

Foto: Sandra Engelhardt

Ich bin eine große Freundin von Visualisierungs-Methoden. Was sicher damit zusammenhängt, dass die allermeisten meiner beruflichen Aktivitäten keine sichtbaren Ergebnisse hervorbringen. Der Schreibtisch, das Übezimmer sehen am Abend genauso aus wie morgens beim ersten Betreten.

Ergebnisse Sichtbarmachen

Wenn Sie meine bisherigen Artikel verfolgt haben, wird Ihnen daher meine Vorliebe fürs »Sichtbarmachen« sicher schon an der ein oder anderen Stelle aufgefallen sein. Ich erinnere nur an eines meiner Lieblingszitate, das Albert Einstein zugeschrieben wird: »Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man am Abend sieht, was man geschafft hat.«

In meinem gerade frisch renovierten Arbeitszimmer prangt nun an einer Wand eine 1,40 x 1,20 Meter große Pinnwand – mein ganzer Stolz. Und meine neue Helferin in Sachen »Struktur und Übersicht in allen Lebenslagen«… soweit zumindest der Plan.

Kennen Sie nach einem mit Üben, Vorbereiten und Unterrichten voll gefüllten Tag nicht auch das Gefühl, dass sie eigentlich nichts geschafft haben? Während der Nachbar, wenn sie erschöpft nach Hause kommen, nach getaner Arbeit gerade den Rasenmäher ins Gartenhäuschen rollt und sein Blick zufrieden über die frisch kurzgeschorene Rasenfläche schweift? Daher soll es in dieser Ausgabe einmal nur um verschiedene Methoden zur Visualisierung gehen.

Planung einer Übeeinheit

Beginnen wir mit der Planung einer Übeeinheit, einer Übestrecke oder vielleicht auch der Notwendigkeit, sich ein bestimmtes Stück in begrenzter Zeit »draufzuschaffen«. Wie starten Sie in ein neues Stück? Wie verschaffen Sie sich einen ersten Überblick? Wie organisieren Sie die Arbeit am Stück?

Meine Musikschulschüler spielen – wenn sie sich unbeobachtet fühlen – meist einfach drauflos, stolpern, fangen von vorn an, stolpern woanders, hangeln sich weiter, bis sie bei einem »ich verstehe das alles nicht« ankommen, nörgelig die Flöte zur Seite legen und diese Übeeinheit beenden – oder, wenn’s gut läuft, sich ein altes, bekanntes Lieblingslied aussuchen, das sie schon spielen können.

Also üben wir im Unterricht gemeinsam, wie sie sich einem neuen Stück nähern können, um dieses frustrierende »alles ist seltsam« nicht erleben zu müssen.

Mit folgenden Herangehensweisen ist das möglich:

  1. Das ist am schwierigsten!
  2. Übethemen extrahieren
  3. Planung und Übersicht
  • 07.11.2019
  • Praxis
  • Sandra Engelhardt
  • Ausgabe: 11/2019
  • Seite 15-17

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