Mentaltraining für Musikstudenten

Mona Köppen fordert mehr Mentaltraining. Foto: Pascal Kowalski

In der Hochschullandschaft erkennt man zwar immer mehr, wie wichtig das Thema »Mentaltraining« ist, gleichzeitig aber ist es bisweilen immer noch ein Tabuthema und wird nachrangig behandelt. Mentaltraining als festes Unterrichtsfach? Ein Plädoyer.

Was wird an den Universitäten im mentalen Bereich für die Studenten getan? Warum ist dies im musikalischen Bereich immer noch ein Tabuthema? Ganz anders als im Sport, wo es völlig normal ist – aber eben auch notwendig, um Höchstleistungen abrufen zu können. Auch in der Musik muss der Protagonist »abrufen, wenn’s drauf ankommt«. Auch hier will und muss ich zeigen, was ich kann!

Mentaltraining als festes Unterrichtsfach? Was bringt das? Da gibt es zum Beispiel das »imaginative Probespieltraining«. Das Gewinnen findet auch im Kopf statt! Warum wehren sich immer noch so viele Hochschulen, Mentaltraining als Pflichtfach zuzulassen? Was würde passieren, wenn man sich dem Thema öffnet?

Wenig Wert auf Mentaltraining

Seit 2010 arbeite ich nun mit Musikern auch im mentalen Bereich. Erschreckenderweise musste ich in den vergangenen zwei Jahren einen Anstieg des Konsums von Betablockern bei Musikstudenten feststellen.

Hier soll es nicht darum gehen, ob Betablocker sinnvoll sind – das mag ich nicht beurteilen. Aber es ist schon eher besorgniserregend, dass viele Musiker die Tabletten auf dem Schwarzmarkt, im anonymen Internet oder über Kollegen besorgen. Ein offener Umgang damit findet nicht statt – das hieße ja zumindest, auch über die Probleme zu sprechen.

  • 21.06.2019
  • Praxis
  • Mona Köppen
  • Ausgabe: 5/2019
  • Seite 10-13

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