»Mein Name: El Salvador« - »Oscar for Amnesty« von Dirk Brossé

Lateinamerika übte schon immer eine große Faszination auf Dirk Brossé aus. Die bewegte Vergangenheit der Länder mit all ihren Konflikten bildet die Grundlage seines Werks »Oscar for Amnesty«. Es erzählt die tragische Lebensgeschichte der Marianella Garçia Villas (1949 bis 1983), die ihr Leben dem Kampf um die Menschenrechte in ihrem Land El Salvador widmete.

Die Lateinamerikanerin Marianella arbeitete als Rechtsanwältin und Verteidigerin politischer Gefangener für die Menschenrechtskommission und wurde so zur Gegnerin des Militärregimes ihres Landes. Zweimal wurde sie verhaftet, gefoltert, vergewaltigt. Um vor dem Regime sicher zu sein, wanderte sie nach Mexiko aus, kehrte aber immer wieder unter falschem Namen nach El Salvador zurück, um sich über die Lage im Land zu informieren. Seit 1981 stand ihr Name auf der schwarzen Liste, zwei Jahre darauf wurde sie von einer Anti-Guerilla-Einheit ermordet. Mit ihrem Kampf für die Menschenrechte wurde sie für viele zum Vorbild.

Dirk Brossé verarbeitet die Geschichte der Marianella Garçia Villas in einem sinfonischen Gedicht, dessen Text er mithilfe einer Sprecherin in seine Komposition einbaut.

Dirk Brossé

Der Belgier wurde 1960 in Gent geboren. Er studierte Trompete, Kontrabass und Musiktheorie an den Musikhochschulen in Gent und Brüssel. Danach spezialisierte er sich auf Orchesterdirektion, das er in Maastricht, Wien und Köln studierte. Als Trompeter spielte er in zahlreichen Orchestern und auch als Gastdirigent ist er weltweit tätig. Unter anderem dirigierte er das London Symphony Orchestra oder das Philadelphia Chamber Orchestra. Neben Liedern, Theatermusik und sinfonischen Werken komponiert er auch Filmmusik.

  • 21.09.2011
  • spielBAR
  • Katja Brunk
  • Ausgabe: 11/2010
  • Seite 64-65

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