mehrwert um jeden preis? - über das für und wider von »eventkonzerten«

Man stelle sich die Situation vor: Man geht ins Konzert eines Blasorchesters und findet die Bühne leer vor. »Leer« im Sinne von keine Stühle auf der Bühne. Wird das ein Standkonzert? Weit gefehlt. Die Musiker betreten unter freundlichem Applaus den Konzertsaal und setzen sich auf die Bierbänke neben der hell erleuchteten Bühne. Die Verwunderung steigt. Als erstes Stück erklingt der obligatorische Eröffnungsmarsch, danach ein bisschen traditionelle Blasmusik, dann ein Stück mit einem Titel, den niemand im Saal aussprechen kann. Das Werk wird vom Ansager als Konzerthöhepunkt angepriesen, und eine Ballettgruppe betritt die immer noch hell erleuchtete Bühne.

Was folgt, ist eine Beleidigung für die Augen. Die Tanzvorführung ist mehr als dilettantisch und etwa eine halbe Minute vor der Musik beendet. Die Szenerie könnte aus dem Albtraum eines Dirigenten stammen, hat sich aber sicher auch schon einige Male so oder so ähnlich zugetragen.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Martin Hommer
  • Ausgabe: 4/2006
  • Seite 42

« zurück