Martin Auer wagt sich an »Kind of Blue«

Der Leiter der Kulturabteilung des Chemiekonzerns Bayer, Volker Mattern, bringt auf den Punkt, was vielleicht nicht wenige dachten: »Ich las erstaunt, dass ein junger Trompeter offensichtlich die Chuzpe hat, sich zusammen mit seinen Quintett-Kollegen an ein – wenn nicht das ›perfekteste‹ Album der Jazz-Geschichte heranzuwagen. Dieser junge Trompeter war kühn genug, um den Versuch zu wagen, Miles Davis’ Geniestreich ›Kind of Blue‹ (s)einen eigenen, neuen Stempel aufzudrücken. Angesichts des Kult­Status von ›Kind of Blue‹ handelt es sich hier zweifellos um ein sehr mutiges Vorhaben.« Der Name der Quinett-CD: »Our Kind Of...«

Vorbild Miles Davis

Miles Davis ist für jeden Trompeter, wenn nicht gar für jeden Musiker, eine große Inspiration und ein Vorbild. Auch Martin Auer nennt den vor 25 Jahren gestorbenen Trompeter ein »Idol, weil er für die Jazzgeschichte wichtig ist und weil er ein großartiger Musikant war«.

Für ihn – nicht nur als Trompeter – sei Miles Davis eine der wichtigsten Musikerpersönlichkeiten. Dessen Stil und Trompetenklang seien einfach prägend und unverkennbar. »Man erkennt ihn sofort. Es ist egal, ob es eine eher lyrische oder eine eher boppige Aufnahme ist: So spielt nur einer!« Mit jedem Ensemble, mit jedem neuen Album hat Miles Davis den jeweils neuen Trend gesetzt. »Egal, was er gerade gemacht hat, Miles Davis hat Strömungen kreiert, mitentwickelt, Wege bereitet.«

  • 01.04.2016
  • Szene
  • Ausgabe: 4/2016
  • Seite 54-55

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