Marketing im Musikverein: Eventmarketing - Veranstaltungen bewerben

Im fünften Teil der Marketing-Serie geht es um »Eventmarketing«. Welche Werbemöglichkeiten habe ich? Was bewerbe ich? In den vorangegangenen Ausgaben ging es unter anderem um Mitgliederwerbung und -bindung sowie um externe wie interne Kommunikation.

Wie bewirbt man Konzerte?

Bevor die Frage beantwortet wird, welche Möglichkeiten der Werbung für die Bewerbung von Konzerten zur Verfügung stehen, muss man sich überlegen, welche Veranstaltungen in der Blasorchesterszene überhaupt zu bewerben sind. In der Regel sind dies Konzerte: Jahreskonzerte, Frühjahrs-, Herbst- und Weihnachtskonzerte, Kirchenkonzerte.

Die Konzertprogramme folgen mehr oder weniger dieser Struktur:

  • Eröffnungswerk
  • Klassische Ouvertüre (Bearbeitung bzw. Transkription)
  • Originales Werk
  • Langsames Werk
  • Originales Werk

– Pause –

  • Eröffnungswerk mit unterhaltendem Charakter
  • Unterhaltende Originalliteratur
  • Eventuell Polka, Walzer, Marsch
  • Film-, Musical-, Pop-Bearbeitungen
  • »Rausschmeißer« oder Zugabe

Meist stehen auf dem Programm zwischen acht und zehn Werken.

Solange genügend Besucher kommen, der Saal also voll besetzt ist, ist alles gut! Gedanken sollte sich der Musikverein/das Blasorchester dann machen, wenn immer weniger Besucher kommen. Denn schließlich spielen wir nicht für uns selbst. Wir möchten unsere Konzertbesucher mit unseren Darbietungen erfreuen. Um das Ganze mit einem Marketing-Begriff zu versehen: Das ist unsere Zielgruppe, die allerdings nicht homogen ist.

Die Zielgruppe

Wer kommt zu unseren Konzerten? In erster Linie sind das Familie, Freunde, Kollegen und Bekannte der Musiker. Dann Menschen aus der Gemeinde, die eine bestimmte Funktion ausüben (Bürgermeister, Stadt-/Gemeinderäte, Pfarrer, Lehrer usw.) und, wenn zum Beispiel Ehrungen anstehen, auch Funktionäre aus dem Blasmusikverband.

Musiker anderer Musik­vereine zählen natürlich auch zu den gern gesehenen Gästen. Hauptsächlich kommen jedoch Besucher, die in einer persönlichen Beziehung zu den Musikern auf der Bühne stehen.

Bleiben die Besucher aus, müssen wir uns zunächst einmal fragen, welche Besucher sollen zu uns kommen? Und gleich anschließend: Welche Art Event müssen wir veranstalten, damit diese kommen? Und letztendlich muss die Frage erörtert werden: Was möchten diese Besucher, die wir gerne im Saal hätten, hören?

Und da fangen die Konflikte natürlich schon an. Was dem Dirigenten gefällt, gefällt nicht jedem Musiker und eventuell schon gar nicht dem Publikum. Wir Musiker sind bei interessanten, komplexen Werken gegenüber jedem Besucher immer im Vorteil: wir hatten viel länger Zeit, uns mit dem Werk zu beschäftigen, in der Regel haben wir es »verstanden«. Der Besucher hat nur eine einzige Chance, das Werk zu hören und fällt bei diesem einmaligen Hören sein Urteil.

  • 22.02.2017
  • Praxis
  • Alexandra Link
  • Ausgabe: 3/2017
  • Seite 18-20

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