mannheimer bläserphilharmonie - keine falsche bescheidenheit

»Ich weiß nicht«, meint Markus Theinert voller Anerkennung über die Arbeit seines Vorgängers, »ob ich den gleichen langen Atem gehabt hätte wie Stefan Fritzen.« Am 10. Dezember nun muss Theinert seine Feuertaufe als neuer Dirigent der Mannheimer Bläserphilharmonie bestehen und tritt damit das Erbe des erfolgreichen Fritzen an.

Ob es ein schweres Erbe ist, das er antritt, ob die Fußstapfen groß sind, in die er tritt, darüber hat sich Markus Theinert kaum Gedanken gemacht. Er macht unmissverständlich klar, dass Theinert Theinert ist. Das spricht für ausgeprägtes Selbstbewusstsein – was als Dirigent wohl auch unumgänglich ist. Der neue Chef will gar nicht verhehlen, dass Stefan Fritzen in den vergangenen 20 Jahren eine starke Leistung vollbracht hat und dass in Mannheim einiges an Potenzial vorhanden ist. Doch Fritzens Arbeit an sich, gibt Theinert zu, »kenne ich gar nicht«. Deshalb wird er die Arbeit seines Vorgängers auch nicht bewusst fortsetzen bzw. verändern. Theinert ist eben Theinert. Umgekehrt versucht Theinert auch, das Polizeimusikkorps gedanklich hinter sich zu lassen: »Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, was ich mitnehme und was nicht. Eher noch versuche ich, überhaupt nichts mitzunehmen.« Man arbeitet in Orchestern schließlich mit Menschen – und das sind alles Individuen.

 

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Klaus Härtel
  • Ausgabe: 12/2006
  • Seite 10-11

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