Mangelinstrument? - Das Jahr der Klarinette belebt die Schweiz

  • 28.05.2015
  • Szene
  • Tobias Kühn
  • Ausgabe: 6/2015
  • Seite 50-51

Der Schweizer Blasmusikverband hat für 2015 das Jahr der Klarinette ausgerufen. Mit Aktionen im ganzen Land, Flashmobs, Auftragskompositionen, einer Literaturliste und dem Klarinettenbus sollen Neulinge gewonnen und Wiedereinsteiger ans Instrument zurückgeholt werden.

In der Schweiz fehlt es offenbar an Klarinettistinnen und Klarinettisten: Blasmusikformationen verzeichnen bei diesem Instrument besonders Mühe, die Register zu besetzen, den Klarinettenlehrern gehen die Schüler aus und an Solistenwettbewerben nehmen die Teilnehmerzahlen zusehends ab. »Der Rückgang an Klarinettisten ist massiv«, sagt Regula Schneider, Co-Präsidentin der Swiss Clarinet Society. Die Vereinigung hat im vergangenen Herbst die Schülerzahlen von fünf Musikschulen ausgewertet. Das Resultat: Der Rückgang der Neuanmeldungen betrug durchschnittlich 30 Prozent in den letzten zehn Jahren, bei einer Schule sogar 63 Prozent.

Das Ergebnis ist natürlich nicht repräsentativ, aber dennoch deutlich. Der Mangel an Klarinettistinnen und Klarinettisten ist für die Blasmusik umso schmerzhafter, zumal die Klarinette jenes Instrument ist, welches im Blasorchester chorisch eingesetzt wird. Der Schweizer Blasmusikverband (SBV) hat deshalb das angebrochene Jahr 2015 zum Jahr der Klarinette ernannt und will mit verschiedenen Aktivitäten möglichst viele Personen dazu bewegen, das Instrument zu erlernen oder wiederzuentdecken.

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