Mal konkret: »Bright lights… City Nights« von Paul Hart

  • 05.07.2017
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 7-8/2017
  • Seite 14-15

»Mal konkret« widmet sich in diesem Teil der Komposition »Bright lights… City Nights« von Paul Hart und damit auch den Goldenen Zwanziger Jahren, den »Roaring Twenties«.

Der Komponist

Paul Hart, Jahrgang 1954, wuchs in Ilford (England) auf, war schon früh Jungstudent und später Vollstudent am Royal College of Music in London. Klavier, Geige und Komposition waren zunächst die Schwerpunkte seiner Ausbildung. Im Laufe der Studien interessierte er sich aber zunehmend auch für die Jazzmusik, verließ 1973 das College und startete eine Karriere als Bassist, Klavierbegleiter, Jazzgeiger und Session-Musiker.

Mit Joe Campbell gründete er »Joe & Co«, eine Firma, die sich äußerst erfolgreich auf Musik, speziell für Werbung, Film und TV, verstand. Heute sind die beiden aktiv bei »Yellow Boat Music«. Als profilierter Komponist schrieb er für Bigbands, unter anderem ein Gitarrenkonzert für John Williams, für die BBC Promenade Concerts und auch für Blasorchester Werke wie »Cartoon« oder »Circus Ring«. Als Arrangeur fallen Arbeiten wie »All Jazzed Up« für Flöte und Saxofon besonders auf, wie auch Werke für London Brass, The British Clarinet Ensemble oder The King’s Singers.

Die Idee

In »Bright Lights... City Nights« beschäftigt sich Paul Hart mit der recht glamourösen Vorstellung der amerikanischen Gesellschaft in den 1920er Jahren, insbesondere dann, wenn ein »Ausgeh-Abend« anstand und man sich »auf die Piste« begab.

Und wie man der Musik aus dieser Zeit gerne unterstellt, so Paul Hart selbst, sollte man sie mit viel Elan und Schwung und vom Charakter her durchaus etwas herumstolzierend und prahlerisch musizieren. »The music reflects a glamorised notion of American Society in the nineteen twenties, particularly how a night out may have been. As with a lot of popular music of that period it should be played with swagger and panache.«

Den Anstoß zu dieser Komposition erhielt er wohl vom Verleger Louis Martinus (HAFABRA Music), der das Werk beauftragte. Musikalisch fühlt man sich an George Gershwin (»Amerikaner in Paris«)  und dessen Kollegen erinnert.

Aufbau

»Bright Lights... City Nights« beginnt mit einem durch und durch kräftigen, Ton für Ton mit Artikulationszeichen ausgestatteten zweitaktigen ersten Themenkopf, unisono in den mittleren und tiefen Stimmen. Diese beiden, auf jeden Fall sehr wichtig, fast bedrohlich wirkenden Takte werden dann sanft und verspielt vom Holz weitergesponnen. Dieser Dialog wiederholt sich zunächst sehr ähnlich, im weiteren Verlauf dann ausgedünnter und beschließt die »Einleitung« mit dem Grundmotiv vor A.

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