Mal konkret: »The Cries of London« von Martin Ellerby

  • 26.01.2016
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 2/2016
  • Seite 16-17

»Mal konkret« widmet sich in diesem vierten Teil dem Werk »The Cries of London« von Martin Ellerby.

London

Da haben zwei starke Partner zusammengefunden, wie es sich wohl kaum glücklicher fügen konnte. Auf der eine Seite »The Regimental Band Of Her Majesty’s Coldstream Guards« mit ihrem Director of Music, Major Graham O. Jones, und auf der anderen Seite der britische Komponist Martin Ellerby. Sie beide eint ihre große Liebe und Identifikation mit der Stadt London. Die Band ist schon von jeher in den »Wellington Barracks« in Westminster beheimatet und Ellerby verbrachte nicht nur seine Studienzeit in der britischen Hauptstadt.

Im September 2005 war es dann soweit. »The Cries of London«, ein großes Konzertwerk, von der Regimental Band bei Ellerby in Auftrag gegeben, erlebte seine Uraufführung und feierte in (genaugenommen) vier Sätzen und gut 18 Minuten die geliebte Stadt auf eindrucksvolle und sehr persönliche Art und Weise. »Es war dabei mein Ziel, sowohl historische Aspekte wie auch den heutigen Zeitgeist von ›Londinium‹ mit in diese Komposition hineinzuarbeiten«, so Ellerby, der das Werk auch den Auftraggebern widmete.

Der Komponist: Martin Ellerby

Ellerby, Jahrgang 1957, studierte am Royal College of Music, London, bei Joseph Horowitz und betrieb später private Studien bei Wilfried Joseph. Sinfonien, Konzerte und auch ein Requiem gehören zu seinem allgemeinen Schaffen. Als Komponist und Arrangeur für Blasorchester und Brassbands zählt er zu den Führenden in Großbritannien.

Aufgrund seiner Tätigkeit als ziviler »composer in residence« bei den Coldstream Guards schrieb er viele Werke für staatliche und königliche Anlässe. Pädagogisch ist er zudem tätig an der University of Salford, beim Royal Air Force Music Service und als Gastdozent in den USA, Europa, Australien und Südamerika.

Vorbemerkung: Eine Auftragskomposition mit persönlicher Note

Obwohl das Werk in sechs Sätzen notiert worden ist, ist es legitim, die Sätze 1 (Dawn Watch) und 5 (Evening Watch) lediglich als »Vorspiele« zu betrachten, die als Vorhang die Sätze 2 und 6 einleiten.

Der Grund für diese Vorgehensweise liegt darin, dass er der Auftragskomposition eine absolut persönliche Note verleihen wollte. Wie jedes British Army Regiment haben auch die Coldstream Guards ihren eigenen »bugle call«, ihr eigenes Fanfarensignal. Dieses verwendete er an den zitierten Stellen in der Komposition, um einzuleiten und damit auf besondere Art und Weise zu personalisieren.

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