Mal konkret: »Symphonic Dances« von Yosuke Fukuda

Musik und Tanz sind untrennbar miteinander verbunden. Daher ist ihr Dialog ein ständiger Quell der Inspiration, der wohl nie versiegen wird. Sicherlich, es gibt Musik, die nicht zum Tanzen komponiert worden ist, aber Bewegung löst Musik immer aus. Es gibt auch sicher Tanz, der ohne Musik stattfinden kann. Aber ein charakterisierender Rhythmus pulsiert immer wieder. Ob nur Rhythmus, ob mit Melodie oder ohne, ob ausgelassen, traurig oder künstlerisch, überall auf der Welt beeinflussen Musik und Tanz das Miteinander der Menschen intensiver, als es Worte je beschreiben können.

Der Komponist Yosuke Fukuda

Am 19. April 1975 wurde Yosuke Fukuda im Suginami-Bezirk in Tokio geboren. Dem Vernehmen nach brachte er sich das Komponieren und Arrangieren zunächst einmal selbst bei. Dabei war sein Weg, so würde man heute sicher konstatieren, eher ein »digitaler«. Schon als kleiner Junge machte er gerne Musik, denn er besaß einen Synthesizer, auf dem er nach Herzenslust musizierte.

Im Alter von elf Jahren begann er dann mithilfe eines multimediafähigen Computers erste kleine Kompositionen und Arrangements zu schreiben. Es zog ihn demnach schon früh auf die Bühne und so ist es auch kein Wunder, dass er in seiner Junior-High-School-Zeit gar das Amt des »Direktors« des Schauspielclubs bekleidete, für den er immer wieder Musikalisches zu den Aufführungen beisteuerte.

Keine Überraschung also, dass er nach seinem Studium begann, Musik für Theater, Tanz, Kino und Fernsehen zu produzieren. Er entdeckte aber auch recht bald seine Liebe zu den Bläsern und er ist heute sehr intensiv im Bereich der japanischen Blasmusik tätig. Er arbeitet in der dortigen Szene vielbeachtet als Lehrer, Dozent, Dirigent und Komponist.

Der Musikelektronik und Tontechnik weiterhin zugewandt, erarbeitet er sich zudem auch dort einen exzellenten Ruf, denn er beschäftigt sich intensiv mit Soundsystemtechnik. Dieses Wissen integriert er durchaus auch in seine dramaturgisch orientierten Kompositionen.

Die Idee zu »Symphonic Dances«

Auftraggeber der »Symphonic Dances« war die Central Band of the Japan Air Self Defense Force. Yosuke Fukuda sollte eine Suite komponieren, die »Tänze aus aller Welt« zum Thema hat.

Also schuf er fünf Sätze, die zunächst die jeweilige Folklore eines Tanzes zum ideengebenden Ausgangspunkt hatte. Renaissance Dances, Tango, Hoedown, Spirituals (Bon-Odori-Uto), Belly Dance.

Bei seiner kompositorischen Umsetzung ging es ihm dann aber nicht alleine nur um die folkloristischen Aspekte. Da sollten auch Strömungen aufblitzen, die eine aktuelle Auseinandersetzung (auf Basis des Klangkörpers Blasorchester) mit Mehrwert erfüllten.

Das Werk war und ist Pflichtstück bei Wertungsspielen der Kategorie 5 (Höchststufe) im Katalog vieler Blasmusikverbände.

  • 11.10.2018
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 10/2018
  • Seite 18-20

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