Mal konkret: »Schmelzende Riesen« von Armin Kofler

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Die Österreichische Blasmusikjugend vergab fünf Kompositionsaufträge für den 5. Österreichischen Jugendblasorchester-Wettbewerb 2011 in Linz. In der Schwierigkeitsstufe D (Mittelstufe) ging einer davon an Armin Kofler.

Sein Werk »Schmelzende Riesen« wurde 2010 auf der »Mid Europe« in Schladming (Österreich) vom Blasorchester Retz unter der Leitung von MD Mag. Gerhard Forma uraufgeführt.

Der Komponist Armin Kofler

»Ein Land braucht neue Töne. Der junge Komponist Armin Kofler schreibt Musik für Blaskapellen.« So überschrieben, gibt ein Interview der IDM Südtirol Einblicke in die Welt und den Werdegang des Armin Kofler.

1981 in Bozen in Südtirol (Italien) geboren, unterrichtete ihn sein Vater bereits im Alter von fünf Jahren im Keyboardspiel. Mit neun Jahren folgte Trompetenunterricht an der örtlichen Musikschule, mit 15 Jahren trat er in die Musikkapelle Lengstein am Ritten ein. Hier ist er auch heute noch als Flügelhornist aktiv.

Seine praktischen Erfahrungen, die er in der Hauptsache im Verein sammelte, und das Studium zahlreicher Partituren inspirierten ihn, selbst kompositorisch tätig zu werden. 2001 wurde sein erstes Blasorchesterwerk »A New Age« von der Musikkapelle Lengstein uraufgeführt.

In der Zwischenzeit umfasst sein Schaffen rund 60 Titel, die meisten davon Auftragskompositionen. Zwar liegt der Schwerpunkt seiner Arbeiten im sinfonischen Blasorchesterbereich, doch entstanden in den vergangenen Jahren neben einem Musical auch Kompositionen für Vokalensemble, Klavierquartett und verschiedene Bläserformationen.

Von 2002 bis 2004 besuchte Armin Kofler den Kapellmeisterlehrgang des Verbandes der Südtiroler Musikkapellen. Wenn er nicht mit Noten jongliert, arbeitet er im »normalen« Leben als Bankangestellter. Er ist stets sensibel darum bemüht, seine musikalischen Ideen mit den Spielfähigkeiten der Musiker in Balance zu halten.

»Es gibt große Leistungsunterschiede zwischen den Kapellen. Man muss die Kapelle, für die man schreibt, kennen, ihre Stärken nutzen, ihre Schwächen meiden. Ich muss wissen, wem ich wieviel zumuten kann. Ich will, dass das Stück den Musikanten gefällt. Wenn sie begeistert spielen, gefällt es auch dem Publikum. Eine weitere Herausforderung ist zudem auch das breite Altersspektrum in den Kapellen. Da muss man jeden irgendwo abholen. Ich versuche, so zu schreiben, dass jeder etwas für sich findet und jedes Instrument mindestens eine interessante Stelle zu spielen hat.«

Die Idee zu »Schmelzende Riesen«

Der Gedanke hinter Titel und Werk ist die weltweite Klimaerwärmung, die sich zum Beispiel in Mitteleuropa durch den Rückzug der alpinen Gletscher bemerkbar macht.

Gespräche und Gedanken zum Thema trieben Armin Kofler ans Keyboard und er begann zu spielen. »Das war wie bei jeder meiner Kompositionen zunächst ein bloßes Herumprobieren mit Stimmungsbildern, Akkordfolgen und Melodiefragmenten. Die werden dann in langwieriger Kleinarbeit so lange feingeschliffen, bis ich mit den Ergebnissen meiner Einfälle zufrieden bin.«

Komponieren bedeutet für ihn hauptsächlich versuchen und ausprobieren. »Das hat oft wenig mit der romantischen Vorstellung von kreativen Geistesblitzen zu tun.« Am Ende entstand ein gut achtminütiges Konzertstück, welches sich in drei prägende Abschnitte einteilen lässt.

  • 02.07.2019
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 7-8/2019
  • Seite 10-11

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