Mal konkret: »Quixotic Episode« von Robert Sheldon

  • 01.04.2016
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 4/2016
  • Seite 18-19

Nicht nur die »großen Werke« der Sinfonischen Blasorchesterliteratur sind es Wert gespielt und besprochen zu werden. Wie wichtig sind doch gerade auch die »kleinen Schmuckstücke«, die gehaltvolle »Gebrauchsliteratur«, die oft mehr sein kann als nur das tägliche Brot unserer Orchester. Nicht zuletzt bilden diese Werke die gesunde Basis, um sich darüber hinaus immer wieder zu herausragenden musikalischen Höhepunkten aufschwingen zu können.

Gute Musik muss nicht unbedingt schwer sein

Und schon geht es los. Gute Musik, schlechte Musik, schwere Musik, leichte Musik. Kategorien, Zielgruppen, Anforderungsprofile, Besetzungen. Ernste Musik, pädagogische Musik, unterhaltende Musik. Man kann Musik in der Blasmusikszene, ob der Fülle der Hintergründe, nicht vereinfachend »absolut« bewerten. Man muss sie zudem noch sinnvoll einordnen. Entlang von intelligenten Kriterien sollte das nutzbringend gelingen. Man beginnt zum Beispiel ganz schlicht mit Überlegungen wie: Zu welchem Zweck entstand das Werk? Wer soll Spaß daran haben, es zu spielen? Und das vor allem mit dem Ziel, anderen Spaß beim Zuhören zu bereiten.

Sicherlich kann man über Geschmacksfragen trefflich streiten. Immer. Und es darf auch gerne einmal so sein, dass Menschen, rein subjektiv, zu unterschiedlichen Urteilen gelangen. Objektiv ist es aber immer möglich, handwerklich Gelungenes von nicht Gelungenem zu unterscheiden. Zumindest von diesem Ende der Welt aus kann man sich in der Regel, ganz unabhängig vom gegebenenfalls parallelen Bauchgefühl, selber kognitiv begründen, warum etwas gefällt oder warum auch nicht. Und so freue ich mich, aus meiner Kopf- und Bauchsicht, über »Quixotic Episode«, ein äußerst gelungenes Werk von Robert Sheldon.

Robert Sheldon

Komponist Robert Sheldon ist (nicht nur dort, aber dort besonders) in den Vereinigten Staaten von Amerika ein viel gespielter Komponist der Blasmusikszene. Beeindruckend auch sein Terminkalender, der ihn als Dirigent und Workshopdozent unentwegt quer durch die Staaten führt. Einladungen nach Kanada, Japan, China und Europa fehlen selbstverständlich auch nicht. In Deutschland ist er heuer im April eingeladen beim Sinfonischen Blasorchester Mittelbaden in Bühl und im August wird er erwartet beim BDB-Musikcamp im Europark Rust.

Sheldon, Jahrgang 1954, begann als Musiklehrer in Florida und Illinois, dirigierte die Florida State University Bands und unterrichtete dort auch Dirigieren und instrumentale Musikerziehung. Er erhielt diverse Auszeichnungen der »American School Band Directors Association«. Sein Schaffen steht ganz im Zeichen genau dieser Zielgruppe. Als Verlagskomponist und Redakteur der Blasmusikabteilung bei Alfred Music ist er ein ständiger Aktivposten dieser Szene.

Die Idee hinter »Quixotic Episode«

Die kleine Ouvertüre, so die knappe inhaltliche Info des Verlages, ist inspiriert vom romantischen Ideal des Charakters von Don Quixote. Gemeint ist die berühmte Romanfigur von Miguel de Cervantes Saavedra: Don Quijote, der sinnreiche Junker von der Mancha.

Die Originalkomposition verspricht kunstfertige, fachlich fundierte Instrumentation, schöne Melodien, reiche Harmonik, rhythmische Energie und viel Spaß beim Musizieren. Das Werk ist im Schwierigkeitsgrad 3 eingestuft und dauert gute fünf Minuten. Es wurde in Auftrag gegeben von der Eureka High School Band in Eureka, Illinois.

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