Mal konkret: »Kein schöner Land« – A Traditional German Folksong

  • 05.10.2017
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 10/2017
  • Seite 14-15

»Kein schöner Land« – dieses Volkslied kennt vermutlich jeder und es steht fast wie kein zweites für »Heimat«. In unserer Serie »Mal konkret...« beleuchten wir das Werk von Gerald Oswald, das mehr ist als ein Arrangement.

Der Komponist Gerald Oswald

Gerald Oswald, Jahrgang 1968, lebt und arbeitet in seiner Heimat, der Steiermark. Zu Hause ist er in Groß Sankt Florian, einem Ort quasi in der Mitte zwischen der Landeshauptstadt Graz und dem slowenischen Maribor.

Er studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz das Fach Trompete und ist seit 1997 Musiklehrer an der Erzherzog-Johan-Musikschule im nahen Stainz. Die Leitung von Blasorchestern, das Arrangieren und das Komponieren nahm zudem mehr und mehr Raum in seinem Leben ein, sodass neben Ausbildung und Studium bei Prof. Franz Cibulka und Thomas Doss auch Kontakte zu Patrick Jones, Jan Van der Roost, Felix Hauswirth, Jan Cober und Douglas Bostock seinen Lebensweg bereicherten.

Das Lied »Kein schöner Land«

Für mich persönlich ist »Kein schöner Land« das Volkslied, das wie kein anderes als musikalisches Synonym für »Heimat« stehen kann. Heimat, letzten Endes egal, wo immer sie sich auch geografisch befindet – sei es im Bergischen Land nahe Köln, in der Steiermark oder sonstwo auf der Welt. Ob das von seinem Schöpfer Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio 1838 so gedacht war, sei sicher einmal dahingestellt.

Er, »Wilhelm von Waldbröl«, ein Pseudonym, das er sich selber, aus dem rheinischen Waldbröl stammend, gegeben hatte, war Freund und Sammler von Volksgut. Er verfasste dieses Lied nun höchstpersönlich und »schmuggelte« sein Eigengewächs als »Abendlied« unter der Nummer 274 in den zweiten Band der Volksliedersammlung »Deutsche Volkslieder mit ihren original Weisen«.

Im Jahre 1912 erschien es dann als »Kein schöner Land« im Liederbuch »Unsere Lieder« des Österreichischen Wandervogels. Somit etablierte es sich schnell in der Wandervogelbewegung, die auch Lieder wie »Das Wandern ist des Müllers Lust«, »Wem Gott will rechte Gunst erweisen« oder »Am Brunnen vor dem Tore« zu großer Verbreitung verhalf.

Nicht zu vergessen, dass in dieser Zeit der Gesang sowieso eine große Bedeutung hatte und zum Beispiel auch die Jugend- und Singbewegung dieser Tage enormen Aufschwung nahm.

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