Mal konkret: Jazz und Jazzverwandtes - Möglichkeit einer Herangehensweise

Benny Brown. Foto: Maik Reishaus

Ein modernes großes Blasorchester ist keine Bigband und keine Rockband. Es ist und bleibt ein Blasorchester. Heutzutage ist es aber sicher ein Klangkörper, der – wenn er möchte – auf ungemein üppige und vielfältige Besetzungen zurückgreifen kann. Ein Blasorchester ist wandelbar und in der Lage, in vielen Stilen ganz gezielt einen seriösen Beitrag zu leisten.

Ein Thema für Blasorchester ist also auch Jazz und Jazzverwandtes. Peter Herbolzheimer formulierte einmal in einem Gespräch auf seine ihm so eigene, offene Art: »Wer sagt eigentlich, dass Jazzmusik reine Improvisation ist? Jazz, Jazzfarbe, Jazzstimmung kommen auch in Musikstücken vor, in denen kein Ton improvisiert wird.

Kulturen prägen Stilausrichtungen

Die Kulturen unserer Welt nehmen zunehmend einander wahr, beeinflussen sich und prägen neue Stilausrichtungen. Der Jazzer ist von Haus aus offen für alle Formen, Rhythmen, Farben und Einflüsse. Er ist sicherlich offener als der Rockmusiker, der sich in vergleichsweise statischen Bahnen bewegt, und wohl auch offener als der Klassiker, der Gefahr läuft, Traditionen zu überhöhen.«

Ich denke, jeder versteht, dass Peter Herbolzheimer mit diesen Gedanken nicht polarisieren, sondern öffnen wollte. Jeder Stil, jede Musiksprache verlangt ein ganz eigenes Handwerk, und jeder, der »reinen Herzens« ist, ist eingeladen, sich daran zu erproben und zu erfreuen.

Kooperation mit einem Jazztrompeter

Wenn man sich dieser Aufgabe stellen möchte, dann ist es klug, einen klaren Rahmen abzustecken. Welche Musik will und kann man glaubwürdig, stilsicher und mit Freude abbilden? Für uns im Landesblasorchester NRW und auch im Sinfonischen Blasorchester der Musikschule Düren stand fest, dass wir uns als »konzertantes Blasorchester « wiedererkennen wollten. Nein, wir wollten nicht im Vordergrund eine omnipräsente Rhythmusgruppe von Klavier, Gitarre, E-Bass und Schlagzeug zum Dreh- und Angelpunkt machen.

Am Anfang stand die Suche nach geeignetem Repertoire. Unser Blick fiel abschließend auf vier Werke – zwei Originale und zwei Bearbeitungen.

  • Thorsten Wollmann: »Concerto for Jazz Trumpet & Symphonic Band«
  • Benny Golson (Arrangement: Toshima Mashimo): »I remember Clifford«
  • Richard Hellenthal: »A little Gospeltune«
  • Harry James (Arrangement: Ted Parson): »Concerto for Trumpet«
  • 18.06.2019
  • Schwerpunktthema
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 4/2019
  • Seite 38-41

« zurück