Mal konkret: »Into the Raging River« von Steven Reineke

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Sonnenaufgang, Wasserfall, Stromschnellen – diese spannende Kom­po­sition eignet sich hervorragend für Konzert und Wettbewerbe.

Der Komponist Steven Reineke 

In Tipp City im US-Bundesstaat Ohio ­wurde er im September des Jahres 1970 ge­boren. Sein Vater sang ihn mit »American folksongs« an der Gitarre in den Schlaf, was ihm bis heute in liebevoller Erinnerung ist. 

An seine ersten Versuche auf dem ­Saxofon mit etwa zehn Jahren denkt er aller­dings nicht so gerne zurück. Nach zwei Wochen des unglücklichen Erprobens fiel ihm Gott sei Dank eine Trompete in die Hände, und die begann er zu lieben. Im Selbststudium eroberte er auf seine ganz besondere Art und Weise das Klavier. 

Zum Studieren blieb er in seiner Heimat und ­schloss an der Miami University of Ohio sei­ne Ausbildung in »Trumpet Performance« und »Music Composition« als »Bache­lor of Music Degrees with Honors« ab. 

Nach Abschluss seiner Studien ging er 1993 nach Los Angeles und hatte dort alsbald Gelegenheit, das Warner-Brothers-Studio-Orchester bei Aufnahmen seiner eigenen Werke zu leiten. Es trieb ihn weiter nach Cincinnati, wo er zum Cincinnati Pops Orchestra stieß und dort erster Komponist und Arrangeur wurde. 

Neben vielen Gastdirigaten in den Vereinigten Staaten und in Taiwan ist er seit 2011 »Principal Pops Conductor« des »National Symphonic Orchestra, Washington, D.C.«. Auf der Bühne wagt er kreative Programme und Kooperationen mit einer langen Liste von führenden Künstlern verschiedenster stilistischer Lager: von Hip-Hop über Broadway, TV und Film bis zu Rock.

Die Musik aus dem Notenpapier holen

»Ich liebe es, mit tollen Musikern auf der Bühne zu stehen und ein aufmerksames Publikum zu begeistern. Ich fühle mich als Mittler, als der, der gemeinsam mit den Musikern die ›Musik‹ aus dem ›Notenpapier‹ holt. Ich liebe es, zu unterhalten. Besonders als ›Pops Conductor‹ kann ich dem nachgehen. Das ist meine Welt. Mit tollen Musikern und dem Publikum zu kommunizieren.«

Als Komponist und Arrangeur kommt ihm nach eigenem Bekunden eine Fähigkeit zugute, die ihm schon beim Erlernen des Klavierspiels gute Dienste tat. »Wenn ich eine Musik höre, dann bin ich schnell in der Lage, sie nachzuspielen und zu Papier zu bringen. Orchestrieren ist für mich zudem ein großes Vergnügen. Ich fühle mich wie ein Maler, der mit den Farben spielt, der für jede Farbe den richtigen Platz sucht, um in vielen Kombinationen ein Bild erschaffen zu können.« 

Ein Leben ohne Musik wäre auch für ihn ein Fehler. »Musik ist und bleibt ein Mysterium. Natürlich weiß man handwerklich und künstlerisch, ›wie‹ Musik funktioniert, aber das ›warum‹ ist noch nicht entschlüsselt. Musik begeistert und berührt die Menschen auf eine wunder­same Art und Weise, die wohl ein wunderbares Mysterium bleibt.«

Die Idee zu »Into the Raging River«

»Into the raging River« ist ein program­matisches Klanggemälde für sinfonisches Blasorchester, zu dem Steven Reineke durch eine Rafting-Tour im Gauley River (in den Bergen des südlichen West Virginia) inspi­riert wurde. 

Es erzählt die Geschichte eines spannenden Tages, beginnend mit dem Sonnenaufgang und einer anschließenden, teilweise recht wilden Flusstour mit Stromschnellen und Wasserfällen. Das Werk ­wurde 1998 zum Libertyville Community Band Festival, Illinois, in Auftrag gegeben.

  • 18.12.2018
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 11/2018
  • Seite 14-15

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