Mal konkret: »Four Sketches for Band« von Marco Pütz

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Die musikalische Karriere des Luxemburgers Marco Pütz startete auf nicht ganz gewöhnliche Weise. Sein erstes Instrument Melodica brachte er sich autodidaktisch bei und Blockflöte spielte er auch nur so lange, »bis ich dem Lehrer die Griffe zeigen konnte«. 

Der Komponist Marco Pütz

Marco Pütz wurde 1958 in Luxemburg geboren. Ebenda, sowie in Brüssel und in Lüttich, studierte er Musik im breiten Fächerkanon: Saxofon, Kammermusik, Harmonielehre und Kontrapunkt, Komponieren und Dirigieren. 

Kompositorisch ist er in der Hauptsache konzertant-sinfonisch bei den Bläsern unterwegs. Aber auch mit einem Kindermusical, einem Streichquartett, mehreren Kompositionen für Kammer- und Sinfonieorchester sowie einer Reihe von pädagogischen Werken bereicherte er die Musikwelt. 

Erste überregionale Anerkennung erwarb er sich 1995 mit seiner Arbeit »Quatour pour Clarinettes«, ausgezeichnet mit dem 1. Preis des Kompositionswettbewerbs der International Clarinet Association. Im Jahre 2017 wurde ihm die »Plaquette d’Honneur« der Union Grand-Duc Adolphe, Luxemburg, sowie der »BUMA International Brass Award« in den Niederlanden für seine internationalen Erfolge in der Blasmusik verliehen. 

Verlage aus den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz, Großbritannien, Deutschland und den USA bieten seine Werke an. Sie werden in der Hauptsache von eher sinfonisch interessierten Blas­orchestern in der ganzen Welt aufgeführt. 

Seit 1980 unterrichtet Marco Pütz am Konservatorium in Luxemburg die Fächer Saxofon, Kammermusik und Instrumentation. Von 2013 bis 2016 war er Mitglied im WASBE-Vorstand.

Die Idee zum Stück

»Four Sketches for Band«, konzipiert für Blasorchester und Fanfare, bezeichnet Pütz selbst als »pädagogische Arbeit«. Der Schwierigkeitsgrad wird, je nach Interpretation, zwischen 2,5 bis 3 angegeben. Das viersätzige Werk dauert insgesamt knapp fünf Minuten.

Präsentiert werden vier kurze Sätze sehr unterschiedlichen Charakters. Sie beschreiben die Atmosphäre auf einem Jahrmarkt in alten Tagen. Zunächst wären da die Gaukler (Jongleure) und Straßenmusikanten, dann ein Karussell, gefolgt von den Riesen und Zwergen, und zum Schluss folgt schließlich eine musikalische Beschreibung des gesamten bunten Treibens mit all seiner Hektik und all seinem Trubel. 

Anschaulichkeit auf kleinstem Raum steht in dieser Komposition im Vordergrund. Dabei sollen die technischen Anforderungen und der Anspruch an die Besetzung nicht zu hoch sein.

  • 11.01.2019
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 1/2019
  • Seite 18-19

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