Mal konkret: »Expedition« – Symphonic Poem for Wind Band von Oscar Navarro

Foto: pixabay - David Mark

»Expedition« ist ein sinfonisches Gedicht, inspiriert von einer Reise in die eisigen und mysteriösen Gewässer der Antarktis, die eine Gruppe von Einwohnern eines Dorfes vorbereitet. Es ist eine Reise voller Schönheit, Rätsel und Action.

Der Komponist Oscar Navarro

Oscar Navarro González, 1981 in Novelda, Alicante (Spanien) geboren, begann schon früh eine berufsorientierte musikalische Ausbildung und schloss erste Studien, unter anderem auf der Klarinette, im heimatlichen Konservatorium mit Auszeichnung ab. Unmittelbar danach setzte er sein Kompositions- und Dirigierstudium bei seinem Mentor und Freund Ferrer Ferrán an der »Allegro International Music Academy« in Valencia fort.

Die renommierte Thornton School of Music der Universität von Südkalifornien (Los Angeles) gab ihm im Anschluss Gelegenheit, dort Komposition für Filmmusik und Fernsehproduktionen zu studieren. Er arbeitete vor Ort mit Hollywoodgrößen wie Joel McNeely, Pete Anthony, Michael Giacchino oder auch Christopher Young zusammen und erwarb weitere Auszeichnungen, wie zum Beispiel das Harry-Warren-Stipendium für Filmusik und Fernsehen.

Seine Musik spielen heute Orchester auf der ganzen Welt und er wird auch von der Bläserszene immer wieder gerne beauftragt, kompositorisch tätig zu werden. Er erhielt Aufträge von Army und Navy Wind Bands, dem Internationalen Musikfestival von Altea oder auch vom Valencia Institute of Music.

Wenngleich sein Terminkalender stets prall gefüllt ist, lässt er es sich nicht nehmen, an europäischen und nordamerikanischen Universitäten Gastdirigate zu übernehmen sowie Meisterkurse zum Thema Filmmusik oder auch klassische Musik zu geben.

Die Idee zu »Expedition«

»Expedition« ist ein sinfonisches Gedicht. Es ist inspiriert von der Idee einer Reise in die Antarktis. Es möchte musikalisch erlebbar machen, wie fiktive, wagemutige Gesellen sich auf den Weg in die eisigen und mysteriösen Landschaften rund um den Südpol machen: Eine Reise voller Schönheit, Rätsel und turbulenten Abenteuern.

Das Werk besteht aus sechs Sätzen und entstand zum Orchesterwettbewerb »City of Valencia 2008« für die »Honor Section«. Anstoß gab die »Sociedad Unión Musical de Almoradí«.

Die Sätze gehen »attacca« ineinander über und sind einzeln, jeder für sich als kleines eigenes Werk, nicht sinnvoll darstellbar. Wer die Geschichten von der Expedition erzählen möchte, der muss schon durch das ganze Werk, immerhin 638 Takte, und sollte für rund 18 Minuten Zeit, Kraft und eine volle Besetzung mit im Gepäck haben.

»Expedition« ist ein durchaus opulentes Werk und kann auch »leicht aus dem Ruder geraten«, wenn man der Dramaturgie nicht die notwendige Sensibilität zukommen lässt. Es braucht Geduld und Disziplin die recht vielen »lauten« und »rhythmisch betonten« Stellen im richtigen Moment und im richtigen Maß zu wirkungsvoller Energie werden zu lassen.

Natürlich gilt auch hier: Wer (spiel)technisch gut vorbereitet ist, wer sich klug zurücknehmen kann und wer zudem besetzungstechnisch definitiv potent aufgestellt ist und gerne noch Mut zu sinnstiftenden Beschränkungen aufwenden möchte, der kann die intensiven Passagen eindrucksvoll abbilden und die Wege von Stille bis Chaos spannungsvoll nachzeichnen.

  • 17.01.2020
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 12/2019
  • Seite 11-13

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