Mal konkret: »Arcus – A Daydream« von Thiemo Kraas

Schon im Alter von zwölf Jahren war er davon fasziniert, wie man etwas Musikalisches erschaffen kann. Aus dem »Nichts« etwas zu bilden, das wollte auch er. Augenzwinkernd bezeichnet er sich gerne als »Kind des Blasorchesters«, auch wenn ihn von Anfang an die klassische Sinfonik sowie die Chor- und Kammermusik begleitet haben.

Der Komponist Thiemo Kraas

Thiemo Kraas wurde 1984 in Arnsberg geboren. Er studierte Musikpädagogik mit Hauptfach Schlagzeug sowie Musiktheorie, Tonsatz und Gehörbildung an der Hochschule für Musik in Detmold. Früh war er zudem Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Mit »Imagasy«, 2003 für »Jugend komponiert« erstellt und im Manuskript von der »Jungen Bläserphilharmonie NRW« in Singapur auf der WASBE-Konferenz aufgeführt, gelang ihm ein erster achtbarer Erfolg. Gerade bei diesem Werk tat der junge Komponist das, was ein junger Komponist tun muss: ausprobieren, in diesem Fall besonders, »was mit dem Apparat ›Blasorchester‹ so alles geht«.

Praktische Erfahrungen als Orchestermusiker sammelte er immer wieder in Ensembles wie dem »Jungen Tonkünstler Orchester Bayreuth«, dem »Orkest van het Oosten Enschede«, der »Deutschen Bläserphilharmonie«, der »Kammerphilharmonie Hamburg« und vielen anderen. Von 2008 bis 2015 arbeitete er als Dirigent und musikalischer Leiter des Jugendmusikkorps Avenwedde in Gütersloh, 2010 zunächst als Tutor, 2014 auch als Dozent an der Hochschule für Musik Detmold in der Fachkombination Musiktheorie und Tonsatz.

Im Jahr 2016 wurde er fester Mitarbeiter des Musikverlags Rundel, mit dem er bereits seit 2005 eine intensive Zusammenarbeit pflegte. Diese gründete nicht zuletzt auf der dort mit sehr viel Liebe und Mühe betreuten offiziellen Veröffentlichung von »Imagasy«.

Ein weiterer Aspekt seiner Arbeit, der ihm besonders am Herzen liegt, ist die Begegnung und der Austausch mit Dirigenten und Orchestern im Rahmen seiner Tätigkeiten als Dozent und Gastdirigent.

Die Idee zu »Arcus«

»Arcus« (lat.: der Bogen; Kraas liebt es, seine Werknamen in lateinische Worte zu kleiden) widmet sich dem Naturphänomen »Regenbogen« und möchte Musiker und Zuhörer in dessen farbenfrohe Welt entführen. Den bunten Bogen vor Augen, so die Geschichte drumherum, entflieht ein kleiner Junge in einem Tagtraum in seinem selbstgebauten Himmelsschlitten der realen Welt und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise, hinweg über den Regenbogen.

Die Musik soll dabei so reich an unterschiedlichen Farben sein wie der Regenbogen selbst, und die unterschiedlichen Stile sollen sich fließend miteinander vermischen, eben so wie die Farben eines Regenbogens.

Es sei an dieser Stelle schon vorweggenommen, dass die Komposition mit einer hohen Erzählgeschwindigkeit aufwartet und dass Einflüsse von Romantik wie auch von Jazz und Funk, verbunden mit anspruchsvollen rhythmischen und metrischen Komponenten, den Tagtraum zu einem träumerischen, aber auch mal rasanten Erlebnis machen.

  • 18.07.2018
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 7-8/2018
  • Seite 14-15

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