Mal konkret: »A Circus Suite« von Stuart Johnson

Fotos: Blickfang – stock.adobe.com

Der Komponist Stuart Johnson

Stuart Johnson wurde im Frühjahr 1936 im Herzen Englands, in Newcastle/Staffordshire, geboren, einer Region, wo er auch bis zu seiner Pensionierung 1997 als Musikdirektor arbeitete. Schon früh sammelte er Erfahrungen in der Bläserszene und war Mitglied im Orchester der King’s Dragoon Guards, bevor er seine Ausbildung als Lehrer begann und in Schulen arbeitete. 

Nach seiner Zeit am Northumberland College of Education wurde er Music Adviser (Berater) im Metropolitan District von Sandwell, bevor er dann 1982 wieder nach Staffordshire berufen wurde. 

Seine langjährigen Tätigkeiten als Dirigent, als Juror und als Prüfer hielten ihn immer nah an der Blasmusikszene. Seine didaktischen Publikationen wurden beachtet und geschätzt. Zudem hat er in der Summe knapp 100 Kompositionen und Arrangements veröffentlicht, darunter auch etliche, die auf der Insel den Weg ins Radio oder Fernsehen gefunden haben. 

Zu den bekanntesten Stücken für Blasorchester zählen die Werke »Landscapes«, »Oregon Overture«, »Sinfonietta No 2«, »Wessex Dances« oder »A Castle Suite«. Aber auch ein »Requiem« für Sopran, Chor und Orchester, seine »Songs and Sonnets« für Chor oder die Theatermusik »Anna der fünf Städte« gehören zu seinem Œuvre.

Die Idee zu »A Circus Suite«

Sein »Bandstand Boogie« und sicherlich auch die »Circus Suite«, die er 1980 als Pflichtstück für die British Youth Band Championships schrieb, gehören wohl zu seinen meistgespielten Werken.

Die bunte Welt des »Circus«, aus dem lateinischen mit »der Ring, die runde Arena« zu übersetzen, stand Pate für diese Komposition. Sie sollte und soll von jugendlichen Orchestern mit Anspruch, aber auch mit Spaß interpretiert werden können. Akrobatik, Tierdressur, Zauberei und Clownerie eröffnen wahrlich ein breites Themenfeld. 

So entstand ein viersätziges Werk, welches sich anschickt, Aufregendes, Elegantes, Lustiges und Glanzvolles, das bei einem Zirkusbesuch wohl in der »Manegenluft« liegen muss, treffend aufzufangen. 

Dabei aber galt es auch, den gesteckten Rahmen der Leistungsfähigkeit der Interpreten durchaus im Auge zu behalten. Den handwerklichen Fähigkeiten der Musiker waren somit überschaubare Grenzen gesetzt, der Fantasie und der Kunstfertigkeit des Komponisten und Arrangeurs aber sicher nicht. 

Daher sei vorweg zum Beispiel schon einmal angemerkt, dass Stuart Johnson sich in seiner Konzeption nicht scheute, auch solistischen Passagen Raum zu geben. Im zweiten Satz fordert er die Basstuba/en, im dritten Satz das Altsaxofon (Waldhorn).

  • 01.02.2019
  • Praxis
  • Renold Quade
  • Ausgabe: 2/2019
  • Seite 10-11

« zurück