Mahler und die Blasmusik - (3) Finalsatz der III. Sinfonie und blasmusikalische Verwandte

  • 21.09.2011
  • Historisches
  • Jörg Murschinski
  • Ausgabe: 9/2010
  • Seite 44-46

Abgesehen vom vierten Satz der V. Sinfonie, dem berühmten »Adagietto«, ist das Finale der III. Sinfonie wohl Gustav Mahlers bekanntester langsamer Satz. Durch die ausladenden Melodiebögen, die durchdachte formal-dramaturgische Anlage sowie die raffiniert gestaltete Instrumentation übt dieser Satz auf jeden, der ihn hört oder sich mit ihm beschäftigt, eine ungeheure Faszination aus. Daher erscheint es kaum verwunderlich, dass nicht wenige Komponisten – nicht nur in der Blasmusik – Elemente daraus in ihren eigenen Werken verarbeitet haben. Überdies existieren jedoch auch Kompositionen, die jenem Satz sogar vollständig nachempfunden sind.

Das Finale von Mahlers III. Sinfonie ist insgesamt steigernd bzw. entwickelnd gestaltet. Ein hymnisches Hauptthema, von den Streichern vorgestellt, kehrt im Laufe des Satzes mehrfach in veränderter Form, also beispielsweise teilweise verkürzt, reichhaltiger harmonisiert, mit zusätzlichen Gegenmelodien sowie mit wechselnder Instrumentierung versehen, wieder. Beim letzten Einsatz mündet das Thema in eine triumphale Coda. Zwischen den Themenkomplexen erfolgen kontrastierende Episoden, die teils eigenes Themenmaterial enthalten, teils melodisch mit dem Hauptthema verwandt sind. Diese Zwischenepisoden enthalten ihrerseits mehrere Steigerungswellen und dramatische Ausbrüche, die den musikalischen Fluss der Komposition beleben, im Hinblick auf die formale Gesamtanlage des Satzes aber in den übergeordneten Entwicklungsprozess eingebunden sind.

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