ludwig güttler - die s-klasse unter den trompetensolisten

  • 21.09.2011
  • Sinfonisch
  • Franz X.A. Zipperer
  • Ausgabe: 10/2005
  • Seite 20-21

Er ist schon ein Großer. Das wissen in seiner Heimatstadt Dresden sogar die Taxifahrer und zeigen Ehrfurcht: »Ah, da wollen Sie hin. In der Straße wohnt auch der Herr Güttler. Ein ganz Großer unserer Stadt.« Aber das hatten wir ja schon. Der besagte Herr ist Ludwig Güttler, vielleicht DER Virtuose an der Trompete und am Corno da caccia. Er ist Solist, Ensemble- und Festivalleiter. Er ist Forscher und Förderer. Güttler ist nicht nur als Musiker eine Klasse für sich, sondern auch als Gesprächspartner. Bereitwillig, locker, ganz ohne Allüren und Selbstbeweihräucherung plaudert er über sein Leben, über seine Musik und warum Urlaub ein Naturgesetz ist. Oder darüber, was Architektur und Musik gemeinsam haben und was sie trennt. Und über Bach natürlich, über Bach in seiner schieren Unerschöpflichkeit. Immer wird auch ein wenig nebendran geschaut, genauso wie er es selbst so gerne tut.

Am Anfang, in Sosa im Erzgebirge, war aber nicht die Trompete. »Ich habe neben den obligatorischen Mundharmonikas, wo es zu jedem Geburtstag oder an Weihnachten eine neue, ein größere oder eine in einer anderen Tonart gab, mit fünf Jahren eine Ziehharmonika, ein ganz einfaches Instrument mit zwei Bassknöpfen, geschenkt bekommen. Und zwar von meiner Großmutter«, erinnert sich Güttler. Neben dem Instrument hielt bereits in diesen jungen Jahren eine Grundhaltung Einzug in das Leben von Ludwig Güttler, die bis in die Gegenwart prägend blieb: »Ich habe mich am nächsten Tag sofort um einen Lehrer gekümmert. Mein Großvater wollte mir dabei helfen. Da habe ich gesagt: Nein, das mache ich alleine. Das ist übrigens eine Einstellung, die ich bis heute beibehalten habe.«

 

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