Leibhaftiger! - "Tanz mit dem Teufel" von Fritz Neuböck

Das Stück mit dem Untertitel »Vom Teufel, dem Weihwasser, der Kirche und den Dietachern…« entstand als Auftragswerk des Musikvereins Dietach/Oberösterreich aus Anlass des 90-jährigen Jubiläums und wurde im Juni 2011 uraufgeführt. Die Gemeinde liegt in unmittelbarer Nähe der Stadt Steyr und ist laut Auskunft des Komponisten »ein sehr junger und dynamischer Ort«. Wolfgang Winkler, Dirigent der Dietacher, ist Bezirkskapellmeister in Steyr und laut Neuböck einer seiner »Vorzeigeschüler«. Die Notenausgabe ist beim niederländischen Musikverlag Tierolff erschienen.

Viele Sagen aus der Gründerzeit Dietachs ranken sich um den Teufel. Daher lag es nahe, das Werk mit einer dieser Sagen zu beginnen. Der Anfang (Vortragsbezeichnung: Misterioso) darf durchaus etwas schaurig klingen, zumal der Komponist den lange als »Teufelsintervall» verschrieenen Tritonus mehrmals an herausragender Position erklingen lässt. Während der Schmied, ein kräftiger Bursche, wieder einmal eine Teufelsgeschichte zum Besten gibt, beginnt er plötzlich, wild um sich zu schlagen. Als die Kellnerin Weihwasser in seine Richtung spritzt, wird den Anwesenden die Situation klar: Der Schmied hat mit dem Leibhaftigen persönlich gekämpft. Schwer verletzt stirbt er wenig später in den Armen seiner Kameraden. Die unterbrochenen Achtel in den Pauken kann man durchaus als die letzten Herzschläge des Schmieds deuten.

  • 30.04.2015
  • spielBAR
  • Joachim Buch
  • Ausgabe: 5/2015
  • Seite 64-66

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