LBO goes San José: "Davon werden wir noch lange zehren..."

Fast zwei Jahre lang hatte sich das Landesblasorchester Baden-Württemberg auf diese Reise vorbereitet. Im Rahmen der 16. WASBE-Weltkonferenz im Juli durfte das LBO eines der Galakonzerte spielen. Elf aufregende Tage in den USA liegen nun hinter dem LBO. Elf Tage voller Musik, neuer Eindrücke und Erfahrungen, in denen das Orchester noch enger zusammengewachsen ist.

Es ist der 9. Juli. Ein heißer Donnerstag. Auf dem Frankfurter Flughafen herrscht hektische Betriebsamkeit. Zwischen vollbepackten Touristen, die ihrem Urlaub entgegenfiebern, und telefonierenden Anzugträgern mit Aktentasche steht eine Gruppe fröhlich schwatzender Menschen mit zum Teil großen, seltsam geformten Koffern, die sich vom üblichen Urlaubsgepäck deutlich abheben. Aufregung und Vorfreude sind bei den 70 LBO-Musikern deutlich spürbar. Nicht mehr lange und der Flug LH450 nach Los Angeles wird starten.

Reise-Planung war kein Zuckerschlecken

Das Organisations-Team rund um LBO-Vorsitzende Ilka Hermann kann stolz auf sich sein. Fast zwei Jahre intensiver Vorbereitungszeit steuern nun ihrem Höhepunkt entgegen. Und die Organisation einer solchen Reise ist bei weitem kein Zuckerschlecken: »Dabei kam mir immer wieder der berühmte Hund in den Sinn, der sich in den eigenen Schwanz beißt«, erinnert sich die Vorsitzende.

Die erste große Hürde sei gewesen, belastbare Zahlen auf den Tisch zu bekommen. »Es musste eine Besetzungsliste her und diese galt es zu füllen.« Das war natürlich gar nicht so einfach, denn wer weiß schon, was in zwei Jahren ist? Außerdem stellte sich die Frage, wie lange man auf eine solche weite Reise geht: »Es galt ein Gleichgewicht zu finden zwischen einer Aufenthaltsdauer mit Rahmenprogramm, die den musikalischen Ansprüchen gerecht wird und den weiten Weg und die hohe Eigenbeteiligung lohnt, aber dennoch bezahlbar bleibt.«

Ohne einen genauen Termin und die Anzahl der Reisenden kann man keine Anfragen bei den Fluggesellschaften stellen. Andererseits braucht man für die Reisewilligen vorab eine möglichst verlässliche Kostenaussage. Um die Kosten möglichst gering zu halten, muss man wiederum die Flüge schon sehr früh buchen – zu einem Zeitpunkt, zu dem man noch gar nicht weiß, wie viele Personen tatsächlich mitkommen und ob man den Rest der Reise überhaupt finanziert bekommt.

Gemeinsam etwas möglich machen mit Crowdfunding

Die größte Herausforderung sei letztendlich die Finanzierung gewesen: »Es braucht unendlich viel Zeit, Nerven und Beharrlichkeit, gepaart mit dem nötigen Galgenhumor, um die vielen Absagen verkraften zu können. Man wühlt sich durch den Dschungel von Zuschussmöglichkeiten, um dann herauszufinden, dass man durch alle Maschen dieses wirren Netzes fällt.«

Und trotzdem hat schließlich alles irgendwie geklappt. Fast alle Musiker, die eine Befreiung von der Schule oder Universität brauchten, haben diese auch bekommen. Und beim Crowdfunding-Projekt wurde das Ziel von 9500 Euro sogar um über 1000 Euro übertroffen.

  • 28.09.2015
  • Szene
  • Cornelia Härtl
  • Ausgabe: 10/2015
  • Seite 42-47

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