Kunst oder Handwerk? - Konzepte zur Musikvermittlung und Konzertpädagogik (3)

Daniel Hope, der 37-jährige südafrikanisch-britische Weltstar unter den Violinisten, schrieb in seinem 2009 erschienenen Buch: »Wann darf ich klatschen?« zum Thema des moderierten Konzerts: »Nicht belehren, sondern erzählen; keine Banalitäten verkünden, sondern wichtige und interessante Informationen liefern; unnötige Längen vermeiden und da, wo es passt, ein bisschen Humor einfließen lassen. Wenn es so gemacht wird, kann diese Form der Konzert-Zukunft eine wesentliche Rolle spielen, womöglich sogar zum Normalfall werden.«

Dem virtuosen Geiger ist ein zustimmendes Kopfnicken gewiss. Wesentliche Ziele einer Konzertmoderation hat er beschrieben und das weite Feld der Informationsauswahl gleich am Anfang akzentuiert. Denn an Informationen zu kommen, ist wegen der von modernen Technologien erzeugten Informationsflut heute bei weitem einfacher als noch vor wenigen Jahren. In unserer Zeit wurde deshalb die gezielte Auswahl der Inhalte zum wesentlichen Punkt. Damit wir nicht von dieser Flut überrollt werden, wurde durch die »erste Orientierung« (siehe clarino.print 12/2011) ein intellektuell-emotionaler Wahrnehmungsfilter aufgebaut, der die Recherche in geeignete Bahnen lenkt.

  • 19.12.2011
  • Praxis
  • Jürgen K. Groh
  • Ausgabe: 1/2012
  • Seite 26-27

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