Kunst oder Handwerk? - Konzepte zur Musikvermittlung und Konzertpädagogik (1)

Donnerstag, 7. Juli 2011, 11.10 Uhr, Chiayi City, Taiwan: Douglas Bostock, langjähriger Chefdirigent und aktueller Principal Guest Conductor des renommierten Tokyo Kosei Wind Orchestra, erläutert kurz, detailreich und emotional mitreißend Toshio Mashimas Komposition »La Danse du Phenix« bei der offenen Probe des WASBE International Youth Wind Orchestra.

Er beschreibt den Aufbau der Komposition, weckt mit seinen Worten die Neugier auf das Stück und erreicht die Herzen der Zuhörer. Man hört nicht nur den leise rauschenden Bambusgarten vor dem »Goldenen Pavillon« in Japans ehrwürdiger Stadt Kyoto, sondern sieht während der Aufführung der Komposition auch den gleißenden Lichtstrahl, der am höchsten Punkt der Mittagssonne von den goldenen Schwingen des sagenumwobenen Phönix an der Tempelspitze reflektiert wird.

Gute Musik zu genießen ist etwas Wunderbares. Viel über sie zu wissen, erhöht den Reiz und die Freude daran beträchtlich. Dieses Wissen kann man sich vor dem Konzert anlesen oder manchmal im Programmheft nachschlagen. Wenn es aber während des Konzerts gekonnt serviert wird, steigert es den Wert der Veranstaltung deutlich und macht sie erst richtig rund. Konzertmoderation ist deshalb ein Thema, das gerade Musikvereine vor jeder großen Veranstaltung beschäftigt. Wie eine solche Moderation nicht sein soll, ist schnell erklärt, denn es gibt nichts Faderes als gehörtes Wikipedia. Was aber eine gelungene Moderation ausmacht, ist schwieriger auf den Punkt zu bringen.

Der Autor

Jürgen K. Groh vermittelt Kompetenz aus der Praxis für die Praxis und gibt wertvolle Insider-Tipps aus seiner langjährigen Erfahrung mit hunderten von Moderationen. Als begeisterter Moderator, Master of Arts, Rhetoriktrainer, Autor, Dirigent und langjähriges WASBE-Mitglied leitet er schon seit vielen Jahren Trainings im In- und Ausland für internationale Konzerne, pädagogische Institutionen und Non-Profit-Organisationen (Kontakt: juergenkgroh[at]aol.com, Telefon 0 61 06 / 7 65 16).

Sein Credo ist: »Es gibt jedesmal vier Versionen einer Moderation:

1. diejenige, die Sie gehalten haben
2. diejenige, die Sie vorbereitet haben
3. diejenige, die laut Publikum gehalten wurde
4. diejenige, die Sie im Nachhinein gern gehalten hätten

 

 

  • 27.10.2011
  • Praxis
  • Jürgen K. Groh
  • Ausgabe: 11/2011
  • Seite 20-21

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