Konzert des Nordbayerischen Jugendblasorchesters mit WiBraPhon: Giganten spielen den »Titan«

Im Herbst steht dem Nordbayerischen Musikbund ein ganz besonderes Konzertereignis ins Haus: Das Nordbaye­rische Jugendblasorchester und das Projektorchester ­WiBraPhon vereinen sich für das Projekt zu einem gewaltigen Klangkörper. Auf dem Programm steht dann unter anderem Gustav Mahlers 1. Sinfonie »Der Titan«. CLARINO hat die beiden Dirigenten Prof. Ernst Oestreicher und Prof. ­Johann Mösenbichler zu dem Konzertprojekt befragt.

Herr Prof. Oestreicher, am 16., 17. und 18. November gibt es ein außergewöhnliches Konzertereignis zu hören. Was genau dürfen Interessierte in Bad Windsheim, Würzburg und Neustadt an der Saale erwarten?

Prof. Ernst Oestreicher: Zunächst einmal ein in seiner Größe und Klangfülle sicherlich nicht alltägliches Blasorchester. Mit dem Orchester WiBraPhon und dem Nordbayerischen Jugendblasorchester spielen zwei Orchester zusammen, die auch alleine als Orchester Konzerte spielen, es werden ca. 90 Musiker auf der Bühne sein. 

Wir spielen neben der 1. Sinfonie von Gustav Mahler den Marsch aus den Sinfonischen Metamorphosen von Paul Hindemith, zum 100-jährigen Geburtstag von Paul Huber die Komposition »Evocazioni«, deren Hauptthemen, der Choral »Aus tiefer Not schrei’ ich zu Dir« und die Sequenz »Dies irae« aus der Totenmesse, besonders gut thematisch zum November passen. Die 4. Sinfonie von Alfred Reed schließt dann den kompositorischen Kreis, da Reed Einflüsse von Mahler und Hindemith in seiner unvergleichlichen Tonsprache erkennen lässt. 

Herr Prof. Mösenbichler, wie kam es zu ­dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen dem Nordbayerischen Jugendblasorchester und dem Projekt­orchester WiBraPhon?

Prof. Johann Mösenbichler: Die Zusammenarbeit ist das Ergebnis einer langen Freundschaft mit Prof. Ernst Oestreicher. Da sehr ­viele Mitglieder von WiBraPhon vorher beim Nordbayerischen Jugendblasorchester waren, war es nur ein kleiner Schritt zur Idee, sein Finale im Nordbayerischen Musikbund mit diesem einzigartigen Projekt zu unterstreichen.

Als Hauptwerk steht Mahlers 1. Sinfonie in D-Dur auf dem Programm. Das Arrangement für Blasorchester dürfte nicht sehr häufig gespielt werden. Wie kam es zu der Idee, dieses Werk aufzuführen? Wo liegen die größten Schwierigkeiten, die es zu überwinden gilt?

Prof. Johann Mösenbichler: Die Grundidee war natürlich, insgesamt etwas Besonderes beim letzten offiziellen Verbands-Konzert von Ernst Oestreicher zu bieten. Es sollte eine Besonderheit sowohl für die Musi­zierenden als natürlich auch eine Hommage an sein Wirken sein. 

  • 19.12.2018
  • Szene
  • Martin Hommer
  • Ausgabe: 11/2018
  • Seite 42-43

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